Tatsächlich schon über 40 Jahre sind die Amerikaner Axemaster nun schon im Geschäft und ihr aktuelles fünftes Album (vermute ich mal) „Of Beasts and Plagues“, dem ersten seit fast zehn Jahren und nur dank Kickstarter-Kampagne entstanden, ist dann tatsächlich mein Erstkontakt. Wenn ich mir die Scheibe dann so durchhöre habe ich nicht so wahnsinnig viel verpasst. Wer auf sehr rustikal produzierten und genauso eingespielten Heavy Metal amerikanischer Prägung steht und kein Problem mit einer sehr, nun schrägen Gesangsstimme von Sänger Geoff McGraw hat – er liegt oft und gerne mal leicht neben der Gesangsmelodie, auch wenn die Stimme an sich nicht schlecht ist aber mit Metal nichts zu tun hat – und den recht vogelwilden Gitarrensoli von Bandgründer Joe Sims, die kaum einmal zum Songfluss passen. Der wird hier glücklich. Meines ist es dann eher nicht so ganz, auch wenn ich ein Fan von Bands wie Manilla Road, Brocas Helm oder auch Cirith Ungol bin. Teilweise ähnlich abgefahren im Gesang, aber hier gefällt mir dann die Musik dann doch erheblich besser. Die über 55 Minuten lange Scheibe ist somit eine mitunter zähe Angelegenheit, auch wenn die Songs an sich großteils sehr flott runtergezockt sind und mir die Rhythmusfraktion schon gut gefällt mit den natürlich klingenden Drums. Damit es musikalisch nicht so ganz in nur eine Richtung geht, streut man ab und zu mal einige ruhigere, teils akustische Parts mit ein, wie beim besten Song der Scheibe „Terrortory“ oder dem doomigen „Clingin to Life“. Dass der gute Mann am Mikro mitunter auch anders kann beweist er beim richtig stark gesungenen „Forsaken II“ wo man auch wieder etwas auf die Geschwindigkeitsbremse tritt. Eher nach den melodischen Gesangsversuchen von Cronos (Venom) erinnert die fast schon Speed Metal Nummer „Kissed with a Fist“ mit witzigen Text und wer ein Faible hat für die ganz frühen Manowar („Into Glory Ride“ Zeiten), der der hört bei der Double Bass Drums Metalnummer „Machine“ genauer hin. Da hat man sich sicherlich von der Truppe um Joey De Maio beeinflussen lassen. Von meiner Warte aus gibt es dann vier Sterne. Wen die Scheibe interessiert, der checkt vielleicht vorher mal YouTube, wo es mindestens zu zwei Songs ein Video gibt. (Cosmic Fire Records) HJH
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