altemaelze

Daze Of the Week

Acid Reign

Re-Boot als Version 3.0

Tatsächlich schon mehr als 40 Jahre sind die Briten Acid Reign nun schon mit Unterbrechungen aktiv. Die beiden Scheiben „The Fear“ (1989) bzw. „Obnoxious“ (1990) hab ich mir damals zugelegt und fand sie gar nicht mal so schlecht. Halt typischer britischer Thrash Metal aus der zweiten Reihe, der nie so gut war wie Metallica, Megadeth, Anthrax usw. Mit Toranaga, Onslaught oder Xentrix konnte man dagegen gut mithalten. Nichtsdestotrotz war 1991 erst mal Schluss und erst 2014 gab es mit einem runderneuerten Line up, nur der Sänger blieb übrig, ein Lebenszeichen und mit dem 2019er Comeback Album „The Age of Entitlement“ neues Futter, das spurlos an mir vorüberging. Fast forward ins Jahr 2026 zu Acid Reign 3.0. mit gleich drei neuen Männern an Bord, nur Bassist Pete Dee blieb Sänger „H“ treu, gibt es nun mit „Daze of the Week“ den nächsten Versuch was zu reißen. Die zehn Songs auf dem neuen Album gehen gut ins Ohr, auch wenn es nicht wirklich spektakulär ist, und decken alle Facetten des gepflegten Thrash Metals ab. „The Who of you“ hat was von frühen Nuclear Assault, der Titelsong könnte so auch von 90er Jahre Suicidal Tendencies stammen, während die früher noch melodiösen Testament bei „No truth“ und „Sorrowswon“ Pate gestanden haben dürften und gerade letzterer erinnert mich an deren „Practice what you preach“. Hier wird es dann auch im Gesangsbereich etwas melodischer. Das sehr groovige „Conniption King“ wiederum macht auch auf einer Flostsam & Jetsam CD einen guten Eindruck. Dass man aber auch mal so richtig Gas geben kann beweist das härteste Lied „„Blind lies““ mit seinen Slayer Anlehen. Schönen moshigen Anthrax Metal verbreitet „Old Young Man“ und zum Ausklang gibt es noch Metallica mit der „ruhigsten“ Nummer „Centre of everything“. Die Produktion ist recht gut, auch wenn der Gesang ab und an etwas untergeht und die Drums leicht klinisch wirken. Ausgeglichen wird das aber von den wirklich tollen Gitarrensoli von Matt Smith (Berkley School Absolvent) der sich mit Rhythmusgitarrist Darren Mcgillivray perfekt ergänzt und guten Texten. Unterm Strich gibt es von mir fünf Sterne und einen Kauf der Scheibe. (Back On Black) HJH

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