Das 2023 erschienene Album der Foo Fighters, „But Here We Are“, war geprägt von Todesfällen – dem Tod des Band-Schlagzeugers Taylor Hawkins und von Dave Grohls geliebter, ihm immer unterstützender Mutter. Das Ergebnis war ein nachdenkliches Werk über Verlust und das Weitermachen nach einer Tragödie; es war zwar nicht gerade ein Abschluss dieser schweren Zeit, aber so nah, wie sie sich selbst daran heranzuwagen konnten. Die Zeit vor dem neuen, zwölften Album der Foo Fighters, „Your Favorite Toy“, war gleichermaßen von privaten und beruflichen Umbrüchen geprägt, darunter Grohls Eingeständnis einer Affäre (aus der eine Tochter hervorging) und die Entlassung von Hawkins’ Nachfolger Josh Freese. Doch diese Ereignisse schienen eine andere Seite der Band geweckt zu haben – eine lockerere, wildere und unberechenbarere Seite. Die Foo Fighters haben diesen Weg schon einmal beschritten, vor allem 2011 mit „Wasting Light“, einem ihrer besten Alben. Doch dieses Mal ist „Your Favorite Toy“ eher eine Reaktion auf den Ton und die Musik von „But Here We Are“, das ebenfalls zu den besten Werken der Gruppe zählt. Und genau deshalb klingen Grohl und Co. noch entschlossener; wenn laute, aggressive Foo Fighters dein Lieblings-Foo-Fighters-Typ sind, ist dieses Album genau das Richtige. Man muss sich nur die ersten beiden Songs „Caught in the Echo“ und „Of All People“ anhören. „Das ist nur ein Test eines defekten Sendesystems“, schreit Grohl zu Beginn des erstgenannten Songs und signalisiert damit die Absicht von „Your Favorite Toy“. Manchmal ist die Musik nicht allzu weit entfernt von Grohls Hardcore-Band aus Teenagerzeiten, Scream, oder von Gruppen wie Bad Brains und Husker Du, die Einfluss hatten. So geht es die nächsten 35 Minuten weiter, während Grohl und die Foo Fighters ihre neuesten Dämonen austreiben. „Your Favorite Toy“ wirkt etwas eintönig, aber beim Punk ging es selten darum, sich von der Szene zu entfernen. („Window“ und „Child Actor“ kommen dem radiotauglichen Alternative Rock näher, für den die Band am bekanntesten ist.) Im längsten Song des Albums, dem abschließenden „Asking for a Friend“, singt Grohl „Lay your worry down“ – in einem vielleicht vergeblichen Versuch, sich selbst ebenso sehr davon zu überzeugen wie alle anderen. Fazit: Das ist eine nahezu perfekte Zusammenfassung der Foo Fighters im Jahr 2026. (Soncy) UCR
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