Album #3 „Here be Draken“ der norwegischen Band Draken soll ja – laut Label Waschzettel – Stoner Rock bieten. Und tatsächlich könnte man das ob des schweren groovigen Einstiegs in die Scheibe „The great Deceiver“ auch wirklich meinen. So hört sich eine wohlgeratene Mischung aus QOTSA, The Quill und Black Label Society an. Tatsächlich ist das aber dann doch mehr oder weniger der einzige Song in der Richtung. Ab da wildert das Trio eher in den Gefilden von Entombed zu deren Death’n’Roll Zeiten nur mit manch melodiösem Gesangseinschub neben der gut gebrüllten Vocals als Kontrast. Leider ist die Produktion genau hier dann nicht so wirklich gelungen, meinen Ohren nach. Vor allem der „Schöngesang“ ist doch arg weit in den Hintergrund gemischt und wird vom sehr fetten Bass, den schön poltrigen Drums und sehr fein runtergezockten Gitarren (+ soli) regelrecht erdrückt. Der brüllige Gesang kann dann hier mehr dagegen halten. „Saturday Night Dead Removal Extravaganza“ mit leichtem Doom Einschlag gibt Entombed light, genauso wie das mit Keyboards und Streichern garnierte „Crimson Sun“ (einer meiner Anspieltipps) und „Of demise and Men“ an die schwedischen Death Metal Götter erinnern. Etwas nun progressiver wird es mitunter beim sehr bassigen „Wrath“ (hier gar mit Wechselgesang brüll und schön) bzw. „Shirts of Black“, bei denen mir auch gesanglich Voi Vod so Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre in den Sinn kommen. Eher aus dem Rahmen fallen die beiden Power/Speed Metal Nummern „It serves you right“ und „Shitshow“, während das Doom/Death Metal-artige „Here be dragons“ die Britten Cathedral vor meinem geistigen Auge auftauchen lässt. Leider ist die Nummer absolut öde dahinschlurfend und langweilig, so dass das wirklich exquisite Gitarrensolo auch nichts mehr retten kann. Skip Kandidat. Freunde der gepflegten Ballade kommen bei „Endtyme“ dann auf ihre Kosten. OK wirklich balladesk ist die Nummer nun nicht wirklich, aber im Vergleich zum Rest doch relativ ruhig gehalten und auch hier wieder mit feiner Gitarrenarbeit veredelt und mit über sechs Minuten auch die längste Nummer der Scheibe. Unterm Strich wirklich sehr gelungen, mir fünfeinhalb Sterne wert und somit eine Kaufempfehlung von mir für die Anfang Mai 2026 in den CD Regalen stehende Scheibe. (Dark Essence Records) HJH
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