Das ist Soul, der nicht brennt, sondern flackert – geschniegelt, perfekt produziert, bis jede Kante weichgebügelt ist, schließlich haben sich zur Umsetzung hochdotierte Jazz-Profis versammelt die ihr Handwerk verstehen. Die Songs laufen wie ein Flur ohne Türen: sauber im Midtempo, aber ohne Risiko, ohne Schweiß, ohne diesen einen Moment, in dem etwas kippt. Jess Roden hatte das einst gekonnt. Die „ticking time bomb“? Tickt höflich im Hintergrund. Geht nie hoch, ist wohl auch eher ironisch zu verstehen. Herr Hajaj singt kontrolliert gegen die eigene Dringlichkeit an – als hätte jemand die Emotionen vorher durch den Kompressor gejagt. Alles klingt richtig, nichts zwingend. R&B als Warteschleife. Am Ende bleibt: Atmosphäre ja, Haltung naja. Ein Album wie ein gut eingerichterer, gemütlicher Warteraum – man sitzt bequem, aber man will trotzdem irgendwann raus. (Nettwerk) HuSch
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https://youtu.be/rIplj5ZoeJM?si=QGM6I1BM8fq4iLIZ


