DOLLHOUSE, Puppenhaus, ist der Tanzabend überschrieben, den der mehrfach ausgezeichnete Tänzer und Choreograf Andrey Kaydanovskiys am 28. März, im Antoniushaus als Uraufführung auf die Bühne bringt. „Eine Puppe ist im Grunde ein leeres Objekt. Sie hat kein eigenes Leben, keine Gefühle. Alles, was sie bedeutet, kommt von uns. Genau das ist interessant: Wann hört das Spiel auf und wann beginnt man, mit diesen Objekten zu leben oder etwas in sie hineinzuprojizieren, dass sie gar nicht sind? Wir geben ihr Bedeutung, Emotionen, manchmal sogar Identität“ sagt der in Moskau geborene österreichische Künstler.
DOLLHOUSE (UA) fokussiert darum zwischenmenschliche Beziehungen sowie das Verhältnis von Menschen und Puppen durch die verschiedenen Lebensphasen hindurch. Emotionaler Ausgangspunkt ist das Spannungsverhältnis zwischen Illusion und Wirklichkeit, zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit. Aus diesen Perspektiven heraus entfaltet sich in mehreren Kapiteln eine tänzerische Reise durch vier Lebensphasen. Kaydanovskiy verbindet präzise Bewegungssprache mit starken Bildern und entwickelt einen atmosphärisch dichten Abend, der die Grenzen zwischen Objekt und Mensch, Spiel und Realität auslotet. DOLLHOUSE wird so zu einer ebenso sinnlichen wie verstörenden Reflexion über Beziehungen, Rollenbilder, Perfektion und Konstruktion von Identität.


