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Time of Fallow

Ellie O'Neill

Eine zarte Stimme aus dem rauen Irland

Mit diesem beeindruckendem Debütalbum präsentiert die irische Singer/Songwriterin Ellie O’Neill keine große Erleuchtung, sondern ein vielschichtiges Archiv aus Erinnerungen, Träumen und inneren Prozessen. Die Songs bewegen sich zwischen Loslassen und Festhalten – ein sensibles Austarieren von Vergangenheit und Gegenwart. O’Neill wird dabei zur Beobachterin ihres eigenen Lebens und begegnet ihren Erinnerungen mit Distanz, Fürsorge und tiefer Hingabe. Musikalisch fließt das Album wie ein ruhiger, sich ständig verändernder Fluss: klar, leuchtend und voller feiner Bewegungen. Romantik und Trauer existieren nebeneinander, Melancholie und Hoffnung greifen ineinander. Ihre Songs folgen keiner linearen Dramaturgie, sondern einer queeren Zeitlogik – sie verweilen, nehmen sich Raum, entwickeln sich organisch und schlagen plötzlich neue Richtungen ein. Ihr glasklarer, heller Sopran ist manchmal fast schmerzhaft schön, bewegt sich zwischen Joan Baez, Clairo und Dolores O’Riordan. (St. Itch) HuSch

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https://youtu.be/6zqFJaPaTtU?si=wXab6yLRZDGqFGcV