altemaelze

Live in England

Asia

Live-Album mit Ärgernissen

Die ehemalige britische Progressive Rock Supergroup Asia (heutzutage ist ja nur noch Geoff Downes übrig von der seit 1980 aktiven Band) veröffentlicht Mitte März mal wieder ein Live Album. Aufgenommen wurden die Songs für diese Scheibe am 10. April2025 in Sussex, während einer drei Nächte langen Konzertrutsche in einer kleine Location. Soundtechnisch brennt schon mal nichts an. Fett tönen Musik und auch der wirklich starke Gesang (für meine Ohren) von Neusänger/Bassist Harry Whitley (natürlich kein John Wetton) aus den Boxen. Geboten wird hier das komplette Debüt „Asia“ von 1981, welches ein Klassiker des Genres ist, auch wenn es nicht jeder Song zu Klassikerweihen geschafft hat. Nummern wie „Heat of  the Moment“, „Time again“, „Sole Survivor“ oder auch „Here comes the Feeling“ kennt jeder Rockfan und sie werden auch heute noch immer wieder bei Rock Antenne, Radio Bob oder Classic Rock mit Tom Glas auf Bayern 1 gespielt. Dank der nach vorne schiebenden Drums von Virgil Donati (seines Zeichens auch Drummer von Planet X, Steve Vai oder sogar der NDR Big Band) und der härten Gitarrengangart/soli („Cutting it Fine“ mutiert fast zu einem Metal Song) vonJohn Mitchell (u.a. It Bites, Arena, Frost oder Kino) bekommen auch die Tracks der zweiten Reihe („Wildest Dreams“, „Without you“) frisches Leben eingehaucht, alles hört sich noch etwas Prog-lastiger an und irgendwie ist die Platte generell lebendiger geworden. Fantastisch ist auch der mehrstimmige Gesang u.a. bei „One Step Closer“ ausgefallen. Oder wie es einer der Besucher am Ende von „Soul Survivor“ reinrief: „Brillant“. Drei Zugaben haben es dann auch in die Setlist geschafft mit „Ride Easy“ (B-Seite von „Heat of the Moment“, warum auch immer eine recht rockige „Video killed the Radio Star“( = Buggles Song wo Downs/Horn die „Band“ waren und man hier dann zumindest ihn auch mit einladen hätte können) Version sowie „The Heat goes on“ vom 1983er Nachfolgealbum „Alpha“, das sich im Keyboardbereich anhört wie ein alter Uriah Heep Gassenhauer. In Summe bekäme die Veröffentlichung dann auch sechs Sterne, wenn es nicht zwei Sachen gäbe, die mich dann doch verärgert haben. Zum einen wurde die CD-Version aller Bandansagen beraubt und es gibt ab und zu auch Ausblendungen vom Publikum  (vor allem vor den Bonus Tracks) und zum anderen, und das ist noch ärgerlicher, hat man einfach mal acht Songs (bei der eh nur 60 Minuten langen CD) bzw. 7 Songs (die DVD/BluRay beinhaltet noch „Daylight“) des kompletten 20 Tracks langen Konzertes – warum auch immer – weggelassen. Das ist echt unschön, da die beiden folgenden Nächte, die sicher zu einem späteren Zeitpunkt auch noch veröffentlicht werden, zwar auch eine unterschiedliche Setlist aufweisen (hier dann mit den ersten beiden Alben in voller Länge und Bonustracks bzw. dem Debüt und dem dritten Album „Astra“ in voller Länge mit fast identischen Bonus Tracks ), aber nur bei der ersten Nacht auch Songs von „Astra“; „Aurora“ (Japan only EP), „Phoenix“ sowie „Wetton/Downes Icon II: Rubicon“ gespielt wurden. Muss man nicht verstehen und sollte bei einem Preis von über 20 Euro nicht sein. Somit gibt es dann nur noch viereinhalb Sterne und eine bedingte Kaufempfehlung. Der Hardcore Asia Fan kauft die Veröffentlichung dennoch. Aber Shame on Frontiers für so eine halbgare Sache sowie wieder mal nur ein Stereo Sound auf den Bildmedien. (Frontiers) HJH

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