altemaelze

waxing | waning

Taupe

Fordernder Klang-Orkan!

Das Wort ‚taupe‘ kommt aus dem Französischen, bedeutet Maulwurf und bezeichnet passenderweise eine braungraue Farbe. Danach benannte sich ein aus Glasgow stammendes Trio bestehend aus Mike Parr-Burman (g, b, electronics), Jamie Stockbridge (as, bs) und Alex Palmer (dr, perc), das mit „waxing | waning“ sein drittes Studioalbum seit 2017 vorlegt. Musikalisch nehmen die drei keine Gefangenen: Ein rauer Mix aus No Wave à la JAMES CHANCE, Avant-Rock mit Referenzen zu den japanischen GOAT und den amerikanischen HORSE LOADS, experimentellem Jazz, Elektronik und Skronk (was ich erstmal googeln musste: Ein rauer, kratzender oder disharmonischer Gitarrenklang, der absichtlich klingt, als würde er „eine Katze einen Tisch hochjagen“). Ja, dieser Sound strengt an, aber die drei wissen verdammt genau was sie tun und wie sie ihr Instrumentarium einsetzen. Für mich klingt’s streckenweise als ob SONIC YOUTH versuchen NAKED CITY zu covern, ungemein rough aber gleichzeitig unglaublich präzise, wobei Soundeffekte gekonnt eingesetzt werden – beispielsweise scheint das gesamte Klanggefüge sich in einem Tunnel aus Hall förmlich aufzulösen, nur um wie ein böser Phönix aus der Asche wiederaufzuerstehen. Dreiundvierzig Minuten, nach denen zumindest ich erstmal völlige Ruhe brauche um diesen Klangorkan zu verarbeiten und einzuordnen. Fordernd – heftig – großartig! (Minority Records) TheRealPal

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