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Legrand Jazz

Legrand, Michel

Das Album für den März 2026 in der Reihe "from the vaults"
Meilenstein in der US-amerikanischen Bigband-Historie!

In der Reihe „from the vaults“ für den März 2026 diesmal ein Jazz-Album, das 1958 eingespielt wurde und vor einigen Jahren wieder restauriert und neu veröffentlicht wurde auf dem exklusiven Label Impex. Damals arbeitete sich ein junger, erfolgreicher französischer Komponist und Arrangeur mit einer großen Leidenschaft für amerikanischen Jazz nach New York vor und überzeugte die besten Musiker seiner Zeit, ein Album mit überwiegend Jazz-Standards aufzunehmen. Michel Legrand gewann später zahlreiche Preise und Auszeichnungen, aber kaum etwas, was danach folgte, konnte mit der Brillanz von Legrand Jazz mithalten. Miles Davis, John Coltrane, Bill Evans, Ben Webster, Phil Woods und praktisch alle anderen Session-Musiker der Stadt meldeten sich für Sessions mit Legrand an, um seine eigenwilligen Arrangements von Standards aufzunehmen. Chris Bellman und Bob Donnelly übernahmen das Remastering der originalen Analog-Stereo-Bänder in den Studios von Bernie Grundman. Die Kritik zu diesem Album wurde gefunden auf der facebook-Seite des früheren „Da Capo“-Schallplatten-Ladens in Fürth, der leider vor einigen Jahren geschlossen hat. Fazit: ein Album, das nicht vergessen werden soll!

Lange bevor man in der Musik-Industrie mit Begriffen wie „Super Group“ oder „All Star Band“ hantierte, brachte Philips mit „Legrand Jazz“ ein Album heraus, das genau diese Begriffe in Reinform auf Vinyl bannte. Unter der Leitung des jungen französischen Komponisten Michel Legrand (der zu dem Zeitpunkt gerade mal sechsundzwanzig Jahre alt war) brachte man hier an drei denkwürdigen Tagen im Juni 1958 praktisch alles zusammen ins Studio, was im amerikanischen Jazz der Zeit Rang und Namen hatte.

Heute kennt man Michel Legrand in erster Linie als brillanten Film- und Musicalkomponisten, der sich mit Soundtracks wie „Yentl“ oder „Thomas Crown Affair“ drei Oscars, zehn weitere Nominierungen, fünf Grammys und einen Platz in der Film- und Musikgeschichte sicherte. Aber als 1958 diese Platte entstand, war Legrand noch nur ein aufstrebender Pianist und Dirigent, Sohn eines Komponisten und Dirigenten, der gerade ein Musikstudium absolviert hatte – und eine große Liebe für den Jazz an den Tag legte. Umso verwunderlicher und erfreulicher, dass es dem jungen Quereinsteiger gelang, in New York während eines nur kurzen Zwischenaufenthalts in Amerika eine solch hochkarätige Combo ins Studio zu bringen.

Drei Ensembles zu 10, 11 und 15 Spielern bringen unter Legrands Leitung seine Arrangements zum Klingen. Und die haben es in sich! Subtile Romantik, komplexe Kontrapunktik, und immer wieder neue überraschende Wendungen und Einfälle. Legrand gibt den Standards auf dieser Platte klassische Größe! Von neuen Hits „A Night in Tunisia“ und „’Round Midnight“ über Klassiker wie „Stompin‘ At The Savoy“ und „Don’t Get Around Much Aynmore“ bis zu selten Gehörtem wie „Nuages“ und „The Jitterbug Waltz“, Michel Legrand versieht jede Kompostion, egal von wem, mit seiner ganz eigenen, schwungvoll originellen Handschrift. Mal schwelgerisch balladesk, mal komplex, modern und vertrackt, mal als rasanter Bebop, und oft auch einfach nur lässig swingend. Legrand kannte die meisten der Musiker bis zum Zeitpunkt der Aufnahme nur von ihren Schallplatten, doch hatte der geniale und empathische Arrangeur sich so intensiv mit den Jazzgrößen befasst, dass er ihnen seine Arrangements geradezu auf den Leib schreiben konnte, und so manch ein Solo fällt hier an Ort und Stelle wie in ein gemachtes Bett. Die Atmosphäre, die hier im Studio geherrscht hat, möchte man sich nur zu gerne vorstellen. Da treffen alte Veteranen wie Ben Webster und Bill Evans auf junge Wilde wie John Coltrane und Miles Davis, gesuchte Sidemen wie Pianist Hank Jones treffen auf Produzenten-Musiker wie Teo Macero (Bariton-Sax) und aufstrebende Solisten wie Donald Byrd (Trompete), Klassik-Crossover-Spezialisten wie Herbie Mann (Flöte) und Betty Glamann (Harfe) geben sich die Hand mit Instrumental-Exoten wie Eddie Costa (Vibraphon) – und dann sind da noch Phil Woods, Paul Chambers, Art Farmer, und zahlreiche andere mehr.

Diese Aufnahme zählt mit zu den ersten Stereo-Aufnahmen überhaupt. Musik, Interpreten und Klangqualität dieses Albums hauen einen auch heute noch absolut um – jetzt bringt Impex eine remasterte Neuauflage des Klassikers heraus, der damals mit dem wunderbar warmen Klang einer Röhrenbandmaschine aufgenommen wurde. Das gibt es jetzt in feinster Impex-Qualität in einer limitierten Vinyl-Version – die klanglich bisher definitiv beste Fassung dieses Albums! Sollte in keiner Sammlung fehlen.

Infos:

Besetzung

Michel Legrand – Arrangeur, Dirigent
Miles Davis, Art Farmer, Donald Byrd – Trompete
Herbie Mann – Flöte
Betty Glamann
Barry Galbraith – Gitarre
John Coltrane, Ben Webster – Tenorsaxophon
Phil Wood – Altsaxofon
Jerome Richardson – Baritonsaxofon, Bassklarinette
Frank Rehak, Jimmy Cleveland – Posaune
Eddie Costa – Vibraphon
Bill Evans, Hank Jones – Klavier
Don Elliot – Vibrafon
Don Lamond, Osie Johnson – Schlagzeug
u.v.m.

Titel:

The Jitterbug Waltz
Stompin‘ at the Savoy
‚Round Midnight
Django
Night In Tunisia
In a Mist
Blue and Sentimental
Don’t Get Around Much Anymore
Wild Man Blues
Nuages
Rosetta

https://open.spotify.com/album/0xIW3BAqK03BK4P29stZ6P?si=an_6f-ZTS2qEnyZF2PIooQ