Auf seinem Debüt-Soloalbum „Strangers“ lässt der 1982 geborene Pianist und Komponist ALEXANDER WIENAND (NEW PIANO TRIO, ONDA VERDE, PEGELIA GOLD & ART ZENTRAL, JOE KRIEG UND BAND) bei aller Virtuosität nie den Leader heraushängen; seine Mitmusiker Uli Kempendorff (tenor saxophone), Diego Piñera (drums) und Johannes Felscher (double bass) agieren absolut gleichberechtigt, wobei besonders Piñeras Schlagzeugarbeit zu erwähnen ist: Ein wahres Feuerwerk an komplexen Rhythmen und Metren wird hier abgebrannt, wobei jedoch das „Große Ganze“ nie aus den Augen verloren wird. Die acht Tracks wurden ohne aufwendige Nachbearbeitung in einem Raum aufgenommen (der Sound ist übrigens bestechend), was dem Album die unmittelbare Charakteristik einer Live-Performance verleiht. Das Albumkonzept basiert auf der Idee, dass Unbekanntheit eine Quelle der Inspiration sein kann (dem kann der Rezensent nur zustimmen). Besonders auf dem Titeltrack wird dieses Konzept perfekt umgesetzt: Zwei scheinbar kontrastierende Themen werden durch Improvisation eins – das Unbekannte wird erleb- und fassbar. Ein phantastisches Contemporary Jazz-Release, das schlichtweg Freude bereitet – sehr zu empfehlen! (Double Moon Records) TheRealPal
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