Mit „For Mary“ legt die Londoner Singer-Songwriterin Olive Jones ein ruhiges, stimmungsbetontes Debüt vor. Die zwölf Songs bewegen sich zwischen Soul, Blues und folkigen Elementen, getragen von einer warmen, klaren, sehr anschmiegsamen Stimme und zurückhaltender Produktion. Große Gesten meidet die Platte bewusst — sie setzt auf Nähe statt auf Effekt. „All In My Head“ ist so ein atmosphärisch dichter Leckerbissen im Stile von „The Green Manalishi“. Inhaltlich wechseln persönliche Themen wie Liebe und Verlust mit gesellschaftlichen Beobachtungen. Besonders „Kingdom“ sticht heraus: ein eingängiger, funkig gefärbter Titel mit kritischem Unterton. Insgesamt bleibt das Album musikalisch bodenständig und zugänglich, ohne sich anbiedernd zu geben. Nicht jeder Song bleibt sofort hängen, manches wirkt eher atmosphärisch als prägnant. Dennoch zeigt Jones ein bemerkenswert geschlossenes erstes Album, das mit Authentizität und handwerklicher Sicherheit überzeugt. Ein Debüt, das leise wirkt — und gerade deshalb Aufmerksamkeit verdient. (Nettwerk) HuSch
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https://youtu.be/PL4LhYOSLss?si=fjltREuH8PF0fKiu


