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The Bros Landreth

Kritik zum Konzert am 15. Februar im Strom in München

Insider-Kritik von Thomas Stampka
Zurecht ausverkauft!

…das war mal wieder so ein seltenes Konzert, das rundum glücklich macht – das den ganzen Körper in Schwingung versetzt und die Seele tief berührt! The Bros. Landreth aus Winnipeg spielten im proppenvollen“Strom“ in München ihren wahnsinnig kompakten und dampfenden Alternative Blues-Rock-Country-Folk-Soul, der direkt ins Blut geht. Wegen großer Nachfrage wurde der Gig vom LIVE/EVIL (Gasteig) ins STROM verlegt, der völlig zurecht restlos ausverkauft war. Und was gab’s da auf die Ohren? Ausnahmslos tolles Songwriting, herrliche Melodielinien, kraftstrotzende Rocker wechseln sich ab mit himmlischen Balladen zum Niederknien. Das kanadische Trio spielt wahrlich in einer eigenen Liga, alles ist aus einem Guss. Wie Joey Landreth die sechs Saiten bedient, lässt jedes Gitarristen-Herz höherschlagen. Der Sound satt, roh und saftig schmatzend, dann wieder filigran und fast schüchtern – mit sagenhafter Spieltechnik, viel geschmackvollem Effekteinsatz und traumwandlerisch stimmigem Feeling. Da ist viel Slide im Einsatz, ganz im Geiste von Little Feat’s Lowell George, den Allmann Brothers oder Sonny Landreth (wohl nicht verwandt mit den Brüdern). Die Rhythmus-Gruppe um Bruder David Landreth am Bass und Drummer Roman Clarke bereitet das perfekte Fundament dafür – treibend, groovend und federnd, komplex und trotzdem zwingend. Die Dynamik der Band macht beinahe fassungslos. Und als Sahnehäubchen dieser fantastische Satzgesang! Alle drei, besonders auch der Schlagzeuger, sind für sich gesehen schon brillante Solosänger, wenngleich Joey hauptsächlich für die Lead-Vocals zuständig ist. Das ist schon unglaublich beeindruckend und zum Weinen schön, aber zusammen geht dann endgültig die Sonne auf. Dass schließlich auch noch die überaus stimmgewaltige Begonia, eine langjährige Freundin der Band, nicht nur den tollen Support übernahm, sondern auch bei der ein oder anderen Nummer als Very Special Guest auf die Bühne kam, sorgte für Gänsehaut und viele weitere Highlights an diesem unvergesslichen Konzertabend. Ich kann gar nicht genug schwärmen und empfehle jedem Musikliebhaber, die Jungs unbedingt mal auf der aktuellen Tour zu besuchen – selbst die weiteste Anfahrt lohnt sich…! (Thomas Stampka)