altemaelze

These Frightening Machines

Katherine Priddy

Musik für die behaglichen Zwischen-Stunden

Manchmal braucht es keinen großen Paukenschlag, keine kalkulierte Dramatik. Katherine Priddy reicht manchmal eine Gitarre, eine Stimme, die mehr erzählt als sie vorgibt, und dieses leise Zittern zwischen Melancholie und Hoffnung. Ihr dritter Wurf ist kein Album, das sich aufdrängt – es schleicht sich ein. Und bleibt. Die Britin bewegt sich irgendwo zwischen Folk, Indie und kammermusikalischer Zurückhaltung. Streicher oder ein Xylophon tupfen Farbe ins Grau, sparsame Arrangements lassen Luft zum Atmen. Nichts ist überladen, nichts will gefallen – und gerade deshalb berührt es. Songs wie kleine Winterlandschaften: klar, kühl, aber von innen warm. Priddys Stimme ist dabei das eigentliche Zentrum. Lieblich, nah, fast intim wie ein Gespräch am Küchentisch spätabends, einer Annie Haslam nicht unähnlich. Wenn sie über Verlust, Vergänglichkeit und die leisen Brüche des Alltags singt, wirkt das nie pathetisch, sondern ehrlich. Diese Ehrlichkeit ist ihre größte Stärke. „These Frightening Machines“ ist kein Album für den schnellen Konsum. Es fordert Zeit, Ruhe, vielleicht einen verregneten Nachmittag. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine stille Größe – Musik, die nicht schreit, sondern flüstert. Und gerade deshalb lange nachhallt. Kurz gesagt: leise Töne, große Wirkung. (Cooking Vinyl“ HuSch

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https://youtu.be/LFfy0iwWiWc?si=Jwl2sRXG7k7eXgmV