Schlappe 19 Jahre hat es gedauert bis die schwedischen Crossover Pioniere Clawfinger mit Album #8 „Before We All Die“ aus den Puschen kamen. Ende Februar ist es dann soweit und alle, die auf Rap, Metal sowie Hip Hop stehen, gehen sicher steil bei der drückend produzierten Scheibe, wo die Vocals von Zak Tell mit den messerscharfen Stakkatoeinlagen und normalem Gesang wieder mal ein herausstechendes Merkmal besitzen. Mir ist das Ganze leider etwas zu eintönig (ehrlicherweise muss ich gestehen, dass die Musikrichtung nicht wirklich meines ist, und ich die Band seit dem 1993er Debüt „Deaf dumb blind“ mit ihrem größten Hit, der mit „N“ anfängt, nicht mehr verfolgt habe) und es fehlen mir auch die knackigen Gitarrensoli, die es trotz zweier Gitarristen nicht gibt. Man agiert schließlich nicht als neu zusammengewürfelter Haufen, sondern ist noch immer fast in Originalbesetzung unterwegs seit 1993. Nur der Drummer hat sich irgendwann verabschiedet. Nichtsdestotrotz macht die Scheibe an einigen Stellen Spass. So meint man bei „A perfect Day“ Die Fanta 4 in englischer Sprache zu vernehmen (der einzige ruhige Song der Scheibe). Bei „Going down (Like the Titantic)“ fusionieren die Beastie Boys, Wu Tang Clan’s “Gravel PIt”, Metal und cool gesungene Refrains miteinander und beim knallharten „You call yourself a Teacher“ verschmelzen Biohazard Hardcore mit Industrial Metal á la Ministry. Das wieder ist dann schon recht cool. Unterm Strich aber dennoch eher eine Scheibe, wo Fans der 1. Stunde (ohne dass ich beurteilen könnte, welchen Platz die Scheibe in der Banddiskografie einnimmt) oder Anhängern der erwähnten Musikrichtungen sowie Bands wie Body Count oder der H-Blockx zugreifen werden. Besser als Letztere hat mir die Scheibe auf alle Fälle gefallen, auch wenn ich sie mir nicht kaufen würde, und vergebe fünf Sterne. Wer vorher erstmal reinhören will checkt YouTube, wo es mindestens zwei Songs vom Album bereits als Video gibt.(Perception) HJH
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