altemaelze

Reign Of Steel

Death Dealer

Geballte Macht aus klassischer Heavy-Metal-Tradition

Album # 4 „ Reign Of Steel” der amerikanischen Power/Speed Metal Supergroup DEATH DEALER sollte allen Fans von Bands wie Judas Priest, Primal Fear, Flotsam & Jetsam, Agent Steel, frühe Queensryche oder The Three Tenors munden, sofern man die politische Einstellung (MAGA/Trump Anhänger) einiger der Bandmitglieder ausblenden kann. Sänger Sean Pecks Stimme ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem seine ab und zu eingestreuten Screams zerren doch an den Nerven, während der Normal-Gesang richtig stark ist. Die Gitarrenfront um Ross the Boss (ex Manowar) und Stu Marshall schneiden sich einige tolle Soli aus den Rippen, auch wenn sie nicht immer so ganz in den Songfluss passen. Mike Le Ponds Bassspiel bzw. Läufe machen was her, wenn sie denn mal im Mix prominenter zu hören sein dürfen. Die Drums hören sich leider mal wieder sehr künstlich, können aber auch öfters mal zünftige Double Bass Drum Parts unterschieben und generell ist die Produktion etwas uneinheitlich, als ob die Songs zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen wurden. Dass der Gesang von Sean Peck arg im Vordergrund steht bzw. gemischt wurde, wie andernorts zu lesen war, kann ich so aber nicht bestätigen. Die zehn Songs (46 Minuten) laufen recht gut rein, auch wenn zwei nun eher als Ausfälle zu werten sind. Das Thrashmetal-Gedresche von „Bloodbath“ (zum Glück nur knapp über zweieinhalb Minuten lang) passt so gar nicht zum Rest der Scheibe und „Sleeping Prophet“ hat weder eine ansprechende Gesangslinie/melodie noch einen vernünftigen Refrain und kann gerne auch geskippt werden (von mir zumindest). Der Rest bietet mal „Painkiller“-artiges: „Assemble“ bzw. „Blast the Highway”, mal lugen frühere Accept mit anderem Sänger ums Eck bei “Compelled”, offeriert harten, keyboardfreien Power Metal mit etwas Progeinfluss und der einen oder anderen ruhigen Passage im Mittelteil wie bei „Devil’s Traingle“ oder man reduziert den Härtegrad zu einer schönen (Halb)Ballade á la Manowar in „Raging Wild And Free“, damit die Ohren nicht gar so bluten. Ich fand die Scheibe jedenfalls gar nicht so schlecht, wobei ich nicht beurteilen kann, welchen Platz sie in der Banddiscografie einnimmt. und rücke fünf Sterne raus. Auch weil die Texte schon klischeehaft sind (Fire, Desire usw.) und jegliches Politisches außen vorbleibt. (Massacre) HJH

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