Michael Lanes „Live Free“ ist ein Album, das sofort durch seine warme und überaus bezaubernde Atmosphäre auffällt. Der Meister verbindet akustischen Folk mit einem Hauch Americana und schafft damit einen Sound, der ruhig, klar und erstaunlich tief wirkt. Seine hohe, aber ausdrucksstarke Stimme trägt viel von seiner ungewöhnlichen Biografie in sich – aufgewachsen zwischen den USA und Deutschland, geprägt von seiner schockierenden Zeit als US-Soldat in Afghanistan und dem späteren Neustart, seiner „Berufung“ als Singer‑Songwriter. Diese Erfahrungen hört man in jedem Song: Es geht um Freiheit, um Loslassen, um die Suche nach innerem Frieden. Das Album wirkt wie ein persönlicher Wegweiser, ohne je pathetisch zu werden. Die Songs fließen organisch ineinander, getragen von diversen Gitarren und einer Stimme, die gleichzeitig verletzlich und kraftvoll klingt. „Live Free“ ist kein lautes Album, sondern eines, das sich langsam entfaltet und mit jedem Hören mehr Tiefe gewinnt. Besonders geschickt ist das Produktionselement öfters leise Hintergrundchöre und -Effekte in die Songs einzuweben. Unwillkürlich lauscht man bei dieser hervorragende aufgenommenen Scheibe was da alles passiert, sitzt gebannt vor den Speakern und „ist ganz Ohr“. Mitunter fühle ich mich sogar an die von mir sehr geschätzten und fantastischen FLEET FOXES erinnert. Auf „Live Free“ findet man Musik für ruhige Abende, die zum HIN-Hören verführt, das ist keine Hintergrundmusik für die Hausputz-Session. Kurz gesagt: ein authentisches, warmes und berührendes Werk, das zeigt, wie viel Stärke in leisen Tönen liegen kann. Meisterwerk! (Greywood Records) HuGe
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