altemaelze

Saving Grace

Robert Plant

„Songbook of the lost and found”

Er hat sich Zeit gelassen für sein neues Soloalbum – „Saving Grace“ ist Plants, dem früheren Led Zeppelin-Sänger, erstes Soloalbum seit „Carry Fire“ aus dem Jahr 2017 und sein erstes Album seit seiner Zusammenarbeit mit Alison Krauss im Jahr 2021 „Raise the Roof“. Benannt hat er dieses zwölfte Soloalbum nach der Band, die er 2019 zusammen gestellt hat, mit Sängerin Suzi Dian, Schlagzeuger Oli Jefferson, Gitarrist Tony Kelsey, Banjo- und Streichinstrumentenspieler Matt Worley und Cellist Barney Morse-Brown. „Es ist eine beeindruckende Gruppe von Menschen“, sagte Plant über diese Band. „Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich darüber bin. Was mich wirklich beeindruckt, ist diese lebendige, neue Welt, die diese Musik darstellt. Mit dieser Mischung aus Musik, Gesang und Stimme ist überall und nirgendwo der Weg in die Zukunft zu sehen.“

Stilistisch orientiert er sich damit durchaus an der Zusammenarbeit mit Alison Krauss, und es ist, wie er es selbst nennt, „ein Liederbuch der Verlorenen und Gefundenen“. Er hat mit seiner neuen Band zehn Songs aufgenommen, alles Cover-Versionen, mit Songs von Moby Grape („It’s a Beautiful Day Today“), Blind Willie Johnson („Soul of a Man“), The Low Anthem („Ticket Taker“) oder „Everybody’s Song“, der ursprünglich 2005 von der Indie-Band Low aus Minneapolis aufgenommen wurde. Denen haucht Plant zusammen mit der Band neues Leben ein. So verwandeln sie „Gospel Plough“ von einen jahrhundertealten Spiritual in eine hypnotische Mischung aus Gesang, Steel Banjo, Akustikgitarre und Percussion. Eingespielt wurde das Material über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren in ländlicher Umgebung – absolut entspannt! Die Entstehung des Albums begann während des Lockdowns, als Plants übliche Wanderungen so gut wie verboten waren. Während sich seine jüngsten Abenteuer um Nashville drehten, wo er sich mit Alison Krauss für das 2021 erschienene, chartstürmende und mehrfach für den Grammy nominierte Album „Raise The Roof“ wiedervereinigte, war es in der englischen Landschaft, dass Robert Plant eine enge Verbindung zu dieser neuen und vielfältigen Gruppe von Musikern aufbaute. Dazu der Kommentar von Plant zu den Sessions: „Diese Menschen sind großartig. Sie holen musikalisch all das raus, was sie zuvor nie rauslassen konnten. Sie haben ihren ganz eigenen Stil entwickelt – und gemeinsam sind wir an einem wirklich spannenden Punkt gelandet.“ Fazit: Diese Musik haben in dieser Zeit ein echtes Kollektiv geformt. Tolles Alterswerk eines trotz 77 Jahren Junggebliebenen – dieses Album und diese Band eröffnen ein weiteres Kapitel in Robert Plants scheinbar unerschöpflicher musikalischer Neugier und Kreativität. (Nonesuch Records) P.Ro

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https://youtu.be/tfcRe8NyFjE