altemaelze

Killing Time without Injuring Eternity

Casafungo

Singer-Songwriter-Tradition wird mit mit Indie-Rock, Surf-Rock und einer warmen, atmosphärischen Weite verbunden.

Jaja, irgendwie kommt alles wieder – auch das Totgesagte. Ziemlich tot war einst der Surf-Sound der frühen 1960er-Jahre, obwohl selbst die ersten LPs der BEACH BOYS noch kräftig daraus schöpften. Nach der Surf-Welle dominierten die „British Invasion-Bands“ bzw. Folk/Dylan und abgefahrene Psychedelic-Klänge. Nun ist diese Musikrichtung wieder auferstanden – und zwar nicht in Kalifornien, sondern in Lübeck: Die deutsche Indie-Band CASAFUNGO lässt den Surf- und Sixties-Sound mit hörbarer Begeisterung neu aufleben. Zunächst das Positive: Diese Scheibe zaubert dem geneigten Hörer unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht. Besonders der mehrstimmige Harmoniegesang, an dem auch eine ausgebildete Jazzsängerin beteiligt ist, klingt ausgesprochen gelungen. Lediglich der feine zehnte Song, „Groceries“, schlägt ruhigere, balladeske Töne an; ansonsten geht es deutlich flotter zur Sache. „Mrs. Sunshine“ erinnert mit seinem Riff an „Pleasant Valley Sunday“ von den MONKEES. Was ja kein Manko ist. Der kleine Haken: Der warme Retro-Sound hätte eine transparentere Abmischung verdient. Im Studio hat man sich diesbezüglich offenbar nicht allzu viel Mühe gegeben. Das etwas verschwommene Coverbild der CD verweist – wenn auch vermutlich eher unbewusst – auf dieses klangliche Manko. (Broken Silence Records) HuGe

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal