altemaelze

Transcent

Kavrila

Neue Klangfarben, größere Dynamik und Einflüsse aus dem Spektrum harter Musik

Kavrlia, die ich eher gen England als nach Hamburg verortet hatte, veröffentlichen im November ihr neues, drittes Album „Transcend“. Unsere musikalischen Wege haben sich noch nie gekreuzt, somit spannend zu hören, was da geboten wird. Auffällig bei Reinhören ist die extrem starke Produktion. Sehr lässig der Gesang, so in der Schnittmenge von leichtem Gekeife und fast schon Punk-artigem ja Sprechgesang. Nicht so wirklich abwechslungsreich, aber cool genug, für mich, um die 42 Minuten angenehm unterhalten geworden zu sein. Geholfen hat hier natürlich auch die Musik, ich musste aber zuerst googlen, was Sludge genau bedeutet, was eine recht coole Mischung aus Doom, Hardcore/Punk, Death Metal und etwas ruhiger Passagen darstellt. Man stelle sich eine Mischung aus Cathedral, Bolt Thrower, Benediction, At the Gates und Conflict vor und weiß dann in welche Richtung es hier geht. Damit es auch in diesem Rahmen noch mehr Abwechslung gibt, hat man bei immerhin zwei Songs ein zünftiges Gitarrensolo implementiert (Heavy Breathing bzw. Cleansing, wo man sich gar an Klargesang wagt und der Sänger keine schlechte Figur macht), lässt die Blastbeats über die Trommeln hobeln beim höllisch harten und flotten Death Metal Wutz „Detention“, mein Anspieltipp, oder nimmt einfach mit schönen ruhigen auch akustischen Passagen den Fuß vom Gas (Kinship, Exhume und A Friend). Recht abgefahren, für meine Ohren zumindest, ist „Deafced“ mit seiner mid 80er Voivod Schlagseite (also deren erste beiden Alben). Kenner der Band wissen was gemeint ist. Der gute alte englische Punk schimmert bei „Domino“ durch. Noch ein Wort zurück zur Produktion. Hier brummt der Bass, die Drums hören sich fett und echt an und auch Gitarren und Gesang, den sie brauchen, um perfekt herausgehört werden zu können. Somit unterm Strich eine echt gut zu hörenden Platte, bei der die Texte einen zwar runterziehen können ob ihrer düsteren Ausrichtung, aber zumindest gibt es gegen Ende ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Stabile fünf Sterne und eher Kopfschütteln über nur drei von sieben Punkten im aktuellen Metal Hammer. Aber so sind Geschmäcker halt. (Supreme Chaos Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal