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Solo-Entwurf einer Daughter

Elena Tonra, Sängerin der britischen Indie-Folk-Band Daughter, widmet sich auf ihrem zweiten Soloalbum erneut den Abgründen der eigenen Gefühlswelt. Grübeleien, Selbstzweifel, Erinnerungen und die Unfähigkeit, den eigenen Gedanken zu entkommen, bilden den Stoff für neun ebenso intime wie melancholische Songs. Musikalisch bewegt sich das zwischen fragilem Indie-Folk, atmosphärischem Dream-Pop und dezenten elektronischen Experimenten. Akustische Gitarren, verhallte Synthesizer, sparsame Beats und ein gelegentlich eingesetztes Cello schaffen eine kühle, beinahe gespenstische Atmosphäre. Darüber schwebt Tonras unverwechselbare, verletzlich klingende Stimme, die selbst alltäglichen Beobachtungen eine bemerkenswerte emotionale Intensität verleiht. Besonders reizvoll wird es, wenn die Arrangements aus ihrer Zurückhaltung ausbrechen. „Sleep“ entwickelt mit seinen verfremdeten Gitarren und elektronischen Rhythmen einen beinahe hypnotischen Sog, während „Radio Station“ zwischen akustischer Intimität und psychedelischer Klanglandschaft pendelt. Ziemlich dunkel, ziemlich dystopisch -aber eben auch ziemlich einnehmend. (4AD) HuSch

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