Wer gestern nicht dabei war, hat ein Juwel verpasst! Die US-Band kommt aus dem gleichen Labelstall wie „Robert Jon & The Wreck“ oder „Stone Senate“. So wie einst Kolumbus keine Mühen scheute, um Indien zu erobern, sind sie aktuell auf Tour um Europa zu entdecken. Das bedingt Engagement von Band- wie auch Fanseite! Das Publikum war (noch mehr als) spärlich, aber die Band hat professionell performed. Fast ein Promo- oder Privatgig – aber was für einer! Spass und exzessive Spielfreude pur! Und Songs, die endlich mal wieder die fünf Buchstaben verdient hatten. Sie haben ihr soeben erst erschienenes Album „12:34“ auf einem Samtkissen serviert. Mitreissend! Der Titelsong „12:34“ kommt mit einem schweren Gitarren-Bass-Intro daher, das irgendwie an „Led Zeppelin“ denken lässt. Mit Dampfhammerriffs, die als Kontrast in einen stimmgewaltigen Refrain eintauchen. In dieser extremen Polarisation aber mit einer sehr treibenden Hookline. Das Programm, wie auch das gesamte Album, reflektieren einen sehr dynamischen und abwechslungsreichen Stilmix, von Rock, Blues, Indie bis hin zu einem kleinen Touch Surfsound. „Flood“ ist ein gitarren-getriebener Indietitel, der von melodischen Soli gezogen wird und buchstäblich abgeht. Bei „Over The Edge“ wird mal kurz das Gaspedal bis zum Kick durchgetreten, bis der fantastische Gitarrist Sebastian Borysek mit einem Riffstakkato kontert. „Flowers“ ist ein bunter Blumenstrauß in den sich eine Brennessel verirrt hat und der deswegen wie ein echter Rock ’n‘ Roll-Aufreisser abgeht. Während „Tears“ in Moll fast ertrinkt, präsentiert sich „All I Want“ wie ein treibender Lovesong auf Sechzehntel-Level mit stillen Atempausen. Und bei „Now We Feel Special“ dreht die Band um Sänger/Bassist/Keyboarder Ian Rayha eine harmonisch-melodische und Pop-angehauchte Kurve um den Notenschlüssel auf der Tonleiter, bevor bei „A Moment Of Feeling Alone“ Rayhas Gesang mit fast leidendem Timbre begeistert und in einem wunderschönen Chorus mündet. Und der grandiose Drummer Jeffrey Lageveen war eine Klasse für sich, erinnerte mich irgendwie an „Grandfunk Railroad“. Wer nicht beim Konzert war, hat jetzt ein Defizit. Tipp: Album „12:34“ kaufen! Und hingehen – sollten sie mal wieder über den Atlantik kommen.

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