altemaelze

Underworld

Savage Grace

Speed-Power-/Speed-Metal-Mix

Anfang der 80er Jahre war die Band Savage Grace durchaus eine Hausnummer im Bereich US Speed/Power Metal und konnte Mitte der 80er Jahre zwei richtig starke Alben veröffentlichen, die jeder Fan des Genres im Schrank stehen haben sollte – „Master of Disguise“ und „After the Fall from Grace“ – auch wenn die Produktion nicht dem entsprach wie sie eigentlich aufgenommen wurden. Jetzt 40 Jahre später ist davon nicht mehr viel übrig. Chris Logue, Gitarrist Gründungsmitglied und einzig Verbliebener der Originalbesetzung, fiel mehrfach durch befremdliche Kommentare, sein Verhalten und seine Website auf und auch das Cover der neuen Scheibe „Underworld“ ist maximal peinlich. Wichtiger ist aber eh die Musik und die ist dann gar nicht mal so schlecht, was auch für die Produktion im Groben gilt. Die Drums könnten mehr Druck vertragen und den Bass kann zumindest ich nicht vernehmen. Dafür stehen die wirklich guten Gitarrensoli im Vordergrund (wen wundert es) und auch der Gesang ist gut zu vernehmen (auch wenn der Background-Gesang ab und zu doch reichlich schräg und unpassend zum Song daher kommt). Apropos Sänger: Von ihm hab ich vorher noch nie gehört und auch die Bands, wo er bis dato hinterm Mikro stand, sagen mir nicht. Muss ja nichts schlechtes sein, aber sein „Sirenengesang“ geht mir mit der Zeit doch ganz schön auf die Nüsse und ist von einem Ralf Scheepers meilenweit entfernt. Musikalisch ist dann von der ursprünglichen Ausrichtung nicht mehr viel zu hören. Eher geht es Richtung ‚B Klassen Alice Cooper‘ („Valley of Fire“ bzw. „Bad day in Hell”), WASP (“Three Ways to Heaven” bzw. “Destiny D’Amour” mit nettem Keyboardintro) oder beim sleazigen Hard Rocker “Hard Times In Hollywood” nach ‚Mötley Crüe-Hausen‘. Am ehesten noch an früher erinnern die beiden Power Metal Stücke „Underworld“ (Omen) bzw. „Magic by Day, Tricks by NIght“ (Riot um 1981/82). Richtig gruselig und fast unanhörbar die beiden Ausfälle, „White Trash, White Heat“ und „On the run“, letzterer mit absolut schrägen Gesangslinien und gar seltsamen Schlagzeugsounds, die auch bei „Love Never Comes When You Want It To“ verwendet werden. Somit nichts was man unbedingt haben müsste, aber dennoch knapp vier Sterne bekommt, allein wegen der Gitarren. Fans hören sich lieber doch die alten Alben an, andere werden das eh nicht kaufen. Ach ja,  die Texte sind mehrheitlich auch kacke und eher unwitzig. Steel Panther können das viel besser. (Back on Black) HJH

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