Nach fünf Alben in 20 Jahren Bandbestehen wurde es wohl langsam mal Zeit für ein Live Album. So dachte zumindest die Schweizer Symphonic (Power) Metal Band Deep Sun und veröffentliche Ende September mit „Live @ Olten 2026“ einen zehn Tracks langen Tonträger, der einen kleinen, knapp 45 Minuten langen Überblick über das musikalische Schaffen gibt. Keine Ahnung, ob es das ganze Konzert ist, bei stelist fm findet man leider nichts, aber Fans von Epica, früheren Within Temptation, natürlich Nightwish noch mit Tarja am Mikro oder skandinavischen Power Metal Bands á la Sonata Arctica oder Stratovarius werden hier ihr Glück finden. Allerdings sei man vor dem weiblichen Gesang „gewarnt“. Wer mit „Elsengesang“ in den höchsten Tönen Probleme hat: Hier ist es noch krasser, denn bei einer Scheibe mit Steinschlag braucht man dann Carglas, so extrem hoch singt die Dame hinter dem Mikro und zwar fast durchgehend, so dass man eher an eine Oper denkt. Dass sie klassisch geschult ist und echt mega bei Stimme ist hört man in jeder Sekunde. Zudem gibt es erstaunlicherweise keinen männlichen Gesangsgegenpart, der etwas Abwechslung rein bringen würde. Die Songs an sich bewegen sich generell im flotten Symphonic Metal mit drei Ausnahmen: „Heroes“ bzw. „Euphoria“ lassen die Double Blass Drums noch mehr glühen, nehmen an Härte zu. Dem gegenüber steht die einzige eher ruhige, leicht balldeske Mitdemponummer „Eternal Love“, wo auch auf der Gesangsleiter etwas nach unten gestiegen wird, hört sich dann eher fast an wie im Musical, und mein Anspieltipp ist. Der Sound an sich ist brutal gut für eine Liveaufnahme, die Band sehr eingespielt und technisch hochwertig. Cooles Bassspiel („Killer in a Dream“ bzw. die schon erwähnten „Heroes“), stabiles natürlich klingendes Schlagzeug, die Keyboards unterstützen alles famos nur die Gitarrenarbeit ist mir mitunter zu simpel. Dass der Gitarrero mehr kann als so Minisoli beweist er bei „The Window“ oder auch „Euphoria“. In Summe keine schlechte Veröffentlichung, die mir knappe fünf Sterne wert ist, auch wenn man Live Alben ja normal nicht benotet. (Power Blast Records) HJH
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