altemaelze

Receptivity

Selfish Things

Schmerzliches mit Pathos

Die kanadische Kapelle bewegt sich irgendwo zwischen Alternative Rock, Emo und melodischem Pop-Punk. Große Gefühle, druckvolle Gitarren und ein Sänger, der seine Verletzlichkeit mitunter derart nachdrücklich zur Schau stellt, dass man sich fragt, ob es nicht gelegentlich auch eine Nummer kleiner ginge. Andererseits versteht es die Band durchaus, eingängige Melodien mit einer gewissen emotionalen Wucht zu verbinden, ohne dabei völlig in den üblichen Genreklischees zu versinken. Hinter der aktuellen Platte steckt allerdings mehr als routinierter Herzschmerz. Frontmann Alex Biro verarbeitet seine Drogensucht, den Entzug und den mühsamen Weg zurück ins Leben. Besonders „Liability“ und das mit Mike Froh eingespielte „Violence“ kreisen um Selbstzerstörung und die Erkenntnis, dass man für sein eigenes Scheitern gelegentlich selbst verantwortlich ist. Das verleiht den Songs eine Glaubwürdigkeit, die über ihre bisweilen allzu pathetische Inszenierung hinausreicht. Eine intensive, stellenweise etwas überladene Platte, deren persönliche Aufrichtigkeit mehr beeindruckt als ihre musikalische Originalität. (FLG) HuSch

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