Mit seinem neuen Album „Emaho“ legt der Gitarrist und Komponist Alessio Cazzetta ein Werk vor, das sich als faszinierende Entdeckungsreise für Hörer jenseits des musikalischen Mainstreams entpuppt. Cazzetta bricht hier konsequent mit einfachen Songstrukturen und fordert sein Publikum mit komplexen Arrangements heraus, die voller rhythmischer Wendungen, überraschender Harmoniewechsel und verschachtelter Ebenen stecken. Das ist kein seichter Jazz zum Nebenbei-Hören, sondern ein extrem dichtes, intellektuelles Hörerlebnis. Die Dynamik des Albums lebt von Kontrasten. Immer wieder bricht die Band aus den strukturierten Mustern aus und lässt Raum für wilde Saxophon-Exkursionen. Diese freien, fast schon ekstatischen Ausbrüche am Saxophon bringen eine ungeheure Energie und eine angenehme Prise Unberechenbarkeit in die Stücke – sie reiben sich herrlich an Cazzettas präziser Gitarrenarbeit. Das unbestrittene Juwel des Albums ist jedoch die Zusammenarbeit mit der japanischen Sängerin Yui Ito. Der gemeinsame Song „Ethereal“ ist schlicht fantastisch. Itos schwerelose, fast mystische Stimme schwebt elegisch über den vertrackten Rhythmen der Band und verleiht dem Stück eine magische, schwebende Tiefe. Hier greifen die instrumentale Komplexität und die emotionale Zugänglichkeit perfekt ineinander. Nach dem Hören dieses Tracks bleibt nur ein Wunsch offen: Gerne mehr davon! Man hätte sich gewünscht, dass Cazzetta diese fesselnde Symbiose über noch mehr Songs des Albums ausgedehnt hätte.(Unit Records/Membran) HuGe
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