altemaelze

Melody People

Roni Eytan

Alles für die Mundharmonika

Mit seinem mit Spannung erwarteten Album Melody People legt der international renommierte Mundharmonika-Virtuose Roni Eytan sein lang ersehntes Debüt als Bandleader vor. Eytan, der sich in der globalen Jazzszene bereits an der Seite von Größen wie Danilo Pérez einen Namen gemacht hat, widmet sich auf seinem Erstlingswerk einer zutiefst persönlichen Klangwelt, die stark von seinen nahöstlichen Wurzeln und modernen Jazz-Einflüssen geprägt ist.

Musikalisch dominieren auf der Platte ruhige, lyrische Jazz-Stücke. Eytan zeigt eine beeindruckende technische Beherrschung seiner Mundharmonika(s) und webt gemeinsam mit seiner hochkarätig besetzten Band feine, melancholische Melodielinien. Der Sound ist schwebend, intim und von einer poetischen Nachdenklichkeit durchzogen, die den Hörer auf eine Klangreise mitnehmen will. Trotz aller unbestreitbaren Eleganz und Virtuosität offenbart das Album im Gesamteindruck jedoch eine spürbare Schwäche: Die Stücke packen mich nicht wirklich. So filigran die Arrangements auch konstruiert sind, fließen die Kompositionen oft zu reibungslos und ereignislos dahin. Dem Album fehlt es über weite Strecken an Ecken und Kanten, an rhythmischen Brüchen oder emotionalen Ausbrüchen. Alles bleibt in einer derart kontrollierten, meditativen Lethargie gefangen, dass die Musik phasenweise Gefahr läuft, in den Hintergrund zu plätschern. Es ist ein schönes, zweifellos intellektuelles Werk – ein echter, packender Funke, der den Hörer emotional mitreißt, will über die gesamte Spielzeit hinweg aber leider nicht recht überspringen. (Pkmusik) HuGe

****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal