Dass sich ein Altsaxofonist ausgerechnet an John Coltrane abarbeitet, klingt zunächst nach einer ziemlich waghalsigen Idee. Jim Snidero macht auf seinem 27. Album (!) aber klugerweise keinen auf Wiedergänger. Er nähert sich Coltranes Geist mit Respekt, ohne dessen Tonfall nachzuahmen: kraftvoll, konzentriert und mit jener Mischung aus technischer Souveränität und emotionalem Druck, die guten Hard- und Post-Bop ausmacht. Dabei bleibt Snideros Altsaxofon erstaunlich beweglich und melodisch, selbst wenn die Band – Pianist Stefan Karlsson, der Bassist Nat Reeves und der Schlagzeuger Jason Tiemann- ordentlich Fahrt aufnimmt (was sie gerne tut). Keine nostalgische Coltrane-Gedenkstunde also, sondern lebendiger, schnörkelloser Jazz – traditionsbewusst, aber keineswegs im Museum abgestellt. (Savant Records) HuSch
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