altemaelze

Wax

Askväder

Kraftvolles Gesamtpaket

Mit „Wax“ schlagen die schwedischen Rock’n’Roller Åskväder ein neues Kapitel ihrer Bandgeschichte auf. Der Einstieg von Sängerin und Gitarristin Saga Flygare Täll bringt frischen Wind in den Sound des Göteborger Quartetts. Das raue, riffbetonte Fundament bleibt bestehen, bekommt aber eine deutlich melodischere Ausrichtung. Auf elf Songs verbindet die Band klassischen Hard Rock, Heavy Metal und skandinavischen Rock’n’Roll zu einem kraftvollen Gesamtpaket. Dabei treffen bluesgetränkte Gitarrenriffs auf punkige Energie und hymnische Refrains. Wer The Hellacopters, Turbonegro oder Thundermother schätzt, dürfte an dieser Mischung Gefallen finden. Dennoch gelingt es Åskväder, aus ihren Einflüssen einen eigenständigen Stil zu formen, der ohne unnötigen Schnickschnack auskommt. „Wax“ lebt vor allem von seiner Dynamik und dem Wechselspiel zwischen ungestümer Härte und eingängigen Melodien. Der neue Gesang verleiht den Songs zusätzliche Kontur und eröffnet der Band neue Möglichkeiten, ohne ihre musikalischen Wurzeln zu verleugnen. Auch „Aim High“ steht exemplarisch für diese Entwicklung: Nicht jeder Song erschließt sich sofort, manches entfaltet seine Wirkung erst nach mehrmaligem Hören. Inhaltlich kreist das Album um Ehrgeiz, Zweifel und die Risiken großer Ambitionen. Der Titel erinnert an den Mythos von Ikarus, dessen Flügel aus Wachs der Sonne nicht standhalten. Ein passendes Bild für eine Band, die hoch hinauswill und dabei ihren eigenen Weg sucht. Seit ihrer Gründung haben sich Åskväder mit energiegeladenen Live-Auftritten einen Namen gemacht. Nach dem Debütalbum von 2020 und dem Nachfolger „Fenix“ (2022) wirkt „Wax“ nun wie der konsequente nächste Schritt. Die Schweden klingen selbstbewusster, melodischer und zugleich kompromisslos rockig. Ein Album, das seine Stärken besonders dann ausspielt, wenn die Verstärker aufgedreht werden – und das Lust darauf macht, diese Songs live zu erleben. (Rough Trade) P.Ro

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