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Distort Yourself

Institute

Zwischen druckvollem Alternative Rock und kalkulierter Härte

Als Gavin Rossdale 2004 während einer Pause seiner Band Bush das Projekt Institute gründete, sollte es offenbar etwas härter, düsterer und kompromissloser zugehen. Gemeinsam mit Gitarrist Chris Traynor, Bassist Cache Tolman und Schlagzeuger Josh Freese entstand „Distort Yourself“, das 2005 erschienene und bis heute einzige Studioalbum der Formation. Mit Helmet-Frontmann Page Hamilton am Produzentenpult war zudem reichlich Erfahrung im kantigen Alternative Rock versammelt. Schon der Opener macht klar, wohin die Reise geht: schwere Gitarrenriffs, wuchtige Rhythmen und Rossdales unverwechselbar melancholischer Gesang prägen den Sound. Songs wie „Bullet-Proof Skin“ und „When Animals Attack“ punkten mit ordentlich Druck, griffigen Refrains und einer kraftvollen Produktion. Auch „Boom Box“ entwickelt eine rohe Dynamik, die dem Album gut zu Gesicht steht. Nicht wenige sahen in Institute deshalb eine härtere Fortsetzung von Bush – manche sogar das verschollene fünfte Album der Band. Doch die geballte Gitarrenpower hat ihre Schattenseiten. Vieles klingt nach bewährtem Alternative-Rock-Rezept, die Riffs wirken bisweilen vorhersehbar und die Produktion etwas zu glatt. Auch die Nähe zu Helmet ist unüberhörbar, ohne deren Eigenständigkeit vollständig zu erreichen. Wo das Album auf vertraute Härte setzt, fehlt gelegentlich der musikalische Überraschungsmoment. Am überzeugendsten zeigt sich Rossdale, wenn er die Lautstärke zurücknimmt. Stücke wie „Wasteland“ und „Ambulances“ lassen mehr Raum für Melancholie und Atmosphäre und erinnern daran, was seine Songs jenseits der Gitarrenwände auszeichnet.

Distort Yourself ist damit kein vergessener Meilenstein, aber ein durchaus reizvolles Nebenprojekt für Bush-Fans. Die Neuauflage mit den Singles und vier Bonus-Tracks bietet Gelegenheit, dieses Kapitel erneut zu entdecken. Ein Album mit viel Energie und einigen starken Momenten – dem es allerdings nicht immer gelingt, aus vertrauten Mustern auszubrechen. (earMUSIC) P.Ro

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