Zwischen Regensburg, München und Straubing haben die Silverdolls ein musikalisches Netzwerk gespannt, das ordentlich unter Strom steht. Mit ihrem neuen Album „Skip Forward“ liefert das bayerische Quartett einen ebenso rauen wie mitreißenden Mix aus Post-Punk, Noise-Rock und Indie-Pop. Neun Songs, die sich nicht um glatte Produktionsästhetik oder musikalische Konventionen scheren, sondern lieber Ecken und Kanten zeigen. Aufgenommen wurde das Album in den Hallen der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne in Regensburg – ein passender Ort für einen Sound, der alles andere als aufgeräumt daherkommt. Es rumpelt, klappert, knarzt und quietscht. Dissonante Gitarrenwände türmen sich auf, die Drums treiben unerbittlich nach vorne, und immer wieder brechen daraus überraschend eingängige Melodien und packende Refrains hervor. Der Spagat zwischen kontrolliertem Chaos und unwiderstehlichen Hooklines gelingt dabei bemerkenswert gut. Wer bei dieser Mischung an Sonic Youth denkt, liegt nicht ganz falsch. Deren Geist scheint gelegentlich zwischen den aufgerissenen Gitarrenflächen hindurchzuschimmern. Doch die Silverdolls kopieren keine Vorbilder, sondern entwickeln daraus ihren eigenen, kantigen Charakter. Ihre Musik ist ungeschliffen, direkt und voller Energie, ohne dabei das Gespür für starke Melodien zu verlieren. „Skip Forward“ ist kein Album für Freunde musikalischer Hochglanzpolitur. Gerade die raue Oberfläche macht seinen Reiz aus. Die Silverdolls beweisen, dass Lärm und Eingängigkeit keineswegs Gegensätze sein müssen. Ein eigenständiges, druckvolles Stück bayerischer Gitarrenmusik, das ordentlich Krach schlägt und trotzdem im Ohr bleibt. Seit Oktober 2026 erscheint die Band zudem beim Independent-Label Schaufel & Besen Records – eine passende Adresse für diesen eigenwilligen Sound. (Schaufel&Besen) P.Ro
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