Der Album-Titel sagt es zwar nicht ganz, das Ergebnis ist aber genau das. Johann Sebastian Bach und Jazz – eine Verbindung, die spätestens seit Jacques Loussier nicht mehr ganz neu ist, aber nach wie vor selten so spannend gelingt. Das Berliner Kollektiv um Pianist Daniel Stawinski verbindet auf ihrer aktuellen Einspielung barocke Kompositionskunst mit jazziger Improvisationsfreude und lateinamerikanischen Rhythmen. Bemerkenswert ist bereits die Besetzung: Klavier, Violine, Viola und Violoncello, aber weder Bass noch Schlagzeug oder Gitarre. Stattdessen entwickelt das Quartett aus dem Zusammenspiel der Instrumente eine erstaunliche rhythmische Dynamik. Bachs strenge Strukturen werden aufgebrochen, neu zusammengesetzt und mit improvisatorischer Freiheit versehen, ohne dabei ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Das klingt ebenso intelligent wie unterhaltsam und vermeidet weitgehend die Gefälligkeit manch anderer Klassik-meets-Jazz-Projekte. Ein nicht völlig neues, aber selten so reizvoll umgesetztes Unterfangen, bei dem selbst der alte Johann Sebastian vermutlich seinen Spaß gehabt hätte. (Eigenproduktion) HuSch
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