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Meisterwerke

Josef Alzheimer & CC7

Zwischen bayerischem Schalk, schrägem Humor und wuchtigem Hardrock – das Album für den „Sound-Report“ im November 2026 gut drei Jahrzehnte nach Erscheinen

Mit „Meisterwerke“ legten Josef Alzheimer & CC7 1997 ein Album vor, das schon mit seinem Titel eine gehörige Portion Selbstironie erkennen lässt. Hinter dem Namen steckt die Formation CC7 aus der Oberpfalz, ursprünglich als Chaotencombo 7 bekannt, die ihre Wurzeln im Punk und New Wave hatte. Mitte der Neunzigerjahre schlug die Band jedoch eine deutlich rockigere Richtung ein: Aus dem einstigen, bewusst ungehobelten Sound wurde ein druckvoller Hardrock, kombiniert mit skurrilen deutschen Texten.

Im Mittelpunkt steht Sänger Karlheinz Mierswa, der als Josef Alzheimer auch außerhalb der Musikszene für seinen anarchischen Humor bekannt wurde. Zusammen mit Gitarrist Andreas Hanauer und Schlagzeuger Stefan Maier bildete er den Kern einer Formation, die sich nie besonders um musikalische Konventionen oder glattpolierte Rockposen scherte. Die Bandgeschichte war geprägt von wechselnden Mitmusikern, ausufernden Auftritten und einer Vorliebe für den gepflegten musikalischen Kontrollverlust. „Meisterwerke“ steht damit für eine eigenwillige Mischung aus Rockmusik und bayerischer Gegenkultur. Statt auf tiefgründige Rocklyrik oder austauschbare Refrains zu setzen, lebt das Projekt von seinem Hang zum Absurden und von einer Attitüde, die den gepflegten Ernst des Musikgeschäfts konsequent unterläuft. Die musikalische Ausrichtung ist dabei deutlich härter als die frühen Punk- und New-Wave-Wurzeln der Gruppe. Der Rock bekommt mehr Gewicht, die Gitarren rücken nach vorn, und der Humor bleibt ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts.

Das Album umfasst zwölf Titel bei einer Spielzeit von rund 44 Minuten. Damit bietet „Meisterwerke“ genügend Raum für den charakteristischen CC7-Kosmos, der sich zwischen rustikaler Rockenergie, schrägen Einfällen und bewusstem Regelbruch bewegt. Natürlich dürfte diese Mischung nicht bei jedem Hörer auf Gegenliebe stoßen. Wer ausgefeilte Arrangements, subtile Texte oder den makellosen Sound einer internationalen Rockproduktion erwartet, ist hier möglicherweise falsch. CC7 interessieren sich weniger für Perfektion als für Persönlichkeit. Gerade darin liegt der Reiz: Die Musik trägt Ecken und Kanten, und der Humor ist nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern Teil der musikalischen Identität.

Fazit: „Meisterwerke“ ist ein Stück regionaler Rockgeschichte aus einer Zeit, in der sich CC7 zwischen Punkvergangenheit und Hardrock neu positionierten. Ein Album für Freunde schräger deutscher Rockmusik, anarchischen Humors und unangepasster Musikerpersönlichkeiten. Nicht glatt, nicht unbedingt massentauglich, dafür mit einem eigenen Charakter, der sich nur schwer mit anderen Bands vergleichen lässt. (Semaphore)