Zehn Jahre nach ihrem letzten Album „For All Kings“ ist es 2026 an der Zeit für ein weiteres Spätwerk von Anthrax. Lange hat es gedauert bis die alten (ex) Thrash Metal Recken Anthrax endlich die zwölfte CD, hoffentlich nicht ernst gemeint betitelt mit „Cursum Perficio“, veröffentlicht haben. Die zehn Songs (plus kurzes Intro) sind relativ gut gemischt was den Härtegrad betrifft, obwohl man konstatieren muss, dass dieses Mal die MIdtemponummern in der Überzahl sind. Erstaunlich genug ist gleich mal der Einstieg mit dem eher langsamen „The Long Goodbye“, klasse gesungen aber leider wie etliche andere Songs auch ohne einen zwingenden Refrain versehen. Die Gitarrensoli sind dafür vom Feinsten, was sich auch beim Rest der Scheibe zeigt. Die Produktion ist richtig gut gelungen, zumindest für meine Ohren und auch an den Drums kann ich nichts aussetzen. Ab und an ist mir der Bass aber etwas zu prägnant im Mix, was aber Jammern auf hohem Niveau ist. Das lange, ebenfalls eher ruhige „The Edge of Perception“ könnte fast auf der aktuelle Armored Saint CD stehen und erinnert mich auch gesanglich an John Bush. Das schleppende „Infectious“ tuckert auch eher im 3. Gang vor sich hin während Nummer wie die thrashlastigen „ It’s for the Kids“, „NYC 93“ (Madball/Agnostic Front lassen Grüßen mit leichtem Hardcore Einschlag), „T.O.M.B.“ und vor allem „My Victory“ Erinnerungen an früher wecken. Vor allem letzter Nummer lässt mich an „I am the Law“ denken. Dann hätten wir noch den Titelsong, mit über 6 Minuten die zweitlängste Nummer der Scheibe, der mit Akustikgitarrenparts fast schon balladesk daher kommt. Komplett aus dem Rahmen fällt „Watch it go“ das mit seiner Raserei, und dennoch mitunter Eingängigkeit, auch auf der aktuellen Testament Scheibe eine top Figur machen würde. Schade dass es der exklusive ‚one week online only‘-Bonus Track „The Circus left” nicht auf das Album geschafft hat. Verdient hätte er es allemal. Für »Cursum Perficio« haben die fünf Herren sämtliche kreative Register gezogen, um ihren legendären Groove Metal-Stil in modernem Glanz erstrahlen zu lassen. Mir gefällt das Album als Fan der erstem Stunde, auch wenn es kein Klassiker ist, und vergebe sechs Sterne. (Nuclear Blast) HJH
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