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Arcane 17

Philippe Mouratoglou

Magische Gitarrenklänge

Der französische Gitarrist Philippe Mouratoglou legt mit seinem neuen Album „Arcane 17“ ein faszinierendes – rein solistisches – Werk vor, das den Hörer mit magischen Gitarrenklängen augenblicklich in seinen Bann zieht. Mouratoglou, der seine Kunst einst bei renommierten Meistern wie Wim Hoogewerf, Roland Dyens und Pablo Márquez erlernte – dem er später auch am Straßburger Konservatorium assistierte –, beweist auf dieser Veröffentlichung eindrucksvoll seine immense Neugierde für verschiedene Genres und stilistische Grenzgänge.

„Arcane 17“ entpuppt sich als ein Fest der leisen Töne. Mouratoglou zelebriert hier die Kunst des Minimalismus. Er widersteht jeder Versuchung des populären, rhythmischen Schrammelns: Auf diesem Album gibt es kein Lagerfeuer-Durchschlagen, keine abgedroschenen Akkordfolgen und kein lebloses Akkord-Geschiebe. Stattdessen setzt der Gitarrenvirtuose auf höchste Präzision. Er lässt oft bewusste Pausen zwischen den Tönen stehen, wodurch die Stille selbst zu einem tragenden Instrument des Albums wird. Jeder einzelne Ton bekommt Raum zum Atmen und Schwingen, bevor der nächste folgt.

Wer hier jedoch seichte Wellness-Musik erwartet, wird angenehm überrascht. Das Album ist kein Easy Listening, das man einfach so nebenbei weghören kann. Mouratoglou fordert sein Publikum intellektuell heraus. Er scheut keinesfalls gezielte Dissonanzen, die er meisterhaft als stilistisches Reibungselement einsetzt. Besonders eindringlich gelingt ihm dies auf dem Stück „Tombeau de Blind Willie Johnson“, wo er die traditionelle Blues-Melancholie bricht, indem er schräge, suchende Töne einstreut und damit eine unheimliche, fast geisterhafte Atmosphäre kreiert. Das absolute Highlight des Albums ist der Song „Étude No 7“: Ein komplexes, vor Dynamik strotzendes Stück voller rhythmischer Finesse und pfeilschneller, glasklarer Läufe. An dieser energiegeladenen, präzisen Saitenarbeit hätte selbst ein Al Di Meola seine wahre Freude. Audiophile Hörer kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Das Album besticht durch einen sehr guten, plastischen Klang. Da das Auge bekanntlich mit hört – das schöne und aufwendige Artwork der CD bekommt einen Extrapunkt. (Vision Fugitive) HuGe

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