altemaelze

Behind the Hills

Bernward Koch

Entspannte und entspannende Anti-Stress-Musik

Mit „Behind the Hills“ legt der Komponist und Pianist Bernward Koch sein mittlerweile 17. Studioalbum vor. Wer seine bisherigen Arbeiten kennt, weiß genau, was ihn erwartet: Entspannte und entspannende Anti-Stress-Musik, die sich nahtlos in die Riege klassischer New-Age- und Wellness-Klänge einreiht. Das große Plus der Produktion ist unbestritten der Sound. Die sehr räumliche Aufnahme gibt dem Klavier und den dezenten Begleit-Arrangements viel Tiefe und Platz zum Atmen und Lauschen. Akustisch wird hier ein dreidimensionaler Wohlfühlraum aufgespannt, der handwerklich makellos umgesetzt ist.

Musikalisch hingegen verlangt das Album dem Hörer einiges an Langmut ab. Koch reiht hier lauter Balladen aneinander, die zwar harmonisch fehlerfrei, auf Dauer aber auch arg gleichförmig gestrickt sind. Die Stücke fließen reibungs- und katapultarm dahin, dass die Grenze zur gepflegten Hintergrundbeschallung oft überschritten wird – die Musik plätschert schon etwas sehr ereignislos vor sich hin. Spannungsbögen oder überraschende Wendungen sucht man vergebens; alles bleibt linear und vorhersehbar. Das ist zweifellos Absicht, und viele gestresste Listener suchen genau so etwas. Eine kleine Erlösung bietet das Finale. Bis auf den letzten Song zieht Koch das meditative Schema strikt durch, ehe der „Rausschmeißer“ Windy Weather das Album endlich aus seiner Lethargie reißt. Dieses Stück bringt eine spürbare, rhythmische Frische und etwas dringend benötigte Dynamik mit, die man sich durchaus schon früher im Album gewünscht hätte.

Fazit: Ein handwerklich schön produziertes Album zum Abschalten, das im Gesamteindruck wegen mangelnder Ecken und Kanten jedoch etwas zu sehr im seichten Fahrwasser unterwegs ist. (Tree Tales Records) HuGe

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal