Sie haben sich Zeit gelassen, fünf Jahre nach dem Release des Debuts ist jetzt Mitte Juli das zweite Album „Crying Houses“ erschienen. Die Rede ist von Däächt, die damals noch als Kolossus Däächt agierten. Und da müssen wir nochmal zurück nach 2020 zu „Lipstick Love“. „Dermaßen souverän locker von der Leber oder Milz weggerockt habe ich noch selten eine Lokalband spielen hören. Kann sich noch jemand an die famosen heimischen Rocket Uppercut erinnern? So ähnlich klingt’s: wavig-punkig-schmissig mit abwechslungsreichem Gesang von Clement Hoffer. Das klingt oft very british nach einer angesagten Post Punk/New Wave Inselcombo (Buzzcocks, anyone?). Lässig und trotzdem voller jugendlicher Inbrunst und musikalischem Know-How. 14 Songs in knapp 34 Minuten!“ schrieb unser Rezensent „aha“ damals und das lässt sich auch fünf Jahre später auf die zehn neuen Songs anwenden, die grad mal 30 Minuten Laufzeit haben. Da gibt’s keinen Durchhänger, da geht die Post ab! Clement Hoffer, Dennis Scheffer, Benedikt Bartl & Simon Schuster – wobei die ersten drei den harten Kern der Band bilden und von Anfang an dabei sind – liefern hier erneut kreativen Post und Garage Punk und füttern diesen Sound mit Einflüssen aus Hardcore Punk, Psychedelic Rock, Indie und vielen weiteren Elementen der subkulturell geprägten Gitarrenmusik. Was sich wie ein wilder Genremix liest, entpuppt sich beim Hören zu authentischen und energiegeladenen Songs, die immer eine Überraschung parat halten, ohne ihre Eingängigkeit zu verlieren. Heinz Lehmann schreibt in seiner Kritik im ‚filter‘: „Auf ‚Crying Houses‘ beweisen die vier Grobmotoriker, dass sie nicht nur live sondern auch auf Platte ein Song-Feuerwerk ablassen können, dass frei nach Polt ’nur die Funken sprühen‘ -Wahnsinns-Platte.“ Recht hat er! Dabei hat sich die Band weiterhin dem DIY-Spirit verschrieben. Von der Musikproduktion über das Booking und die Promotion bis hin zur visuellen Ästhetik – das Cover stammt von Clement Hofer – wird fast alles von den Mitgliedern selbst gemacht. Das Album ist auf allen gängigen Plattformen hören. Dazu ist das Ganze natürlich auch auf Vinyl und Tape erschienen. (Bandcamp) P.Ro
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