altemaelze

Ben Sommer

Ben Sommer

Songwriter aus Oberfranken

Mit Ben Sommer, nicht zu verwechseln mit Ben Zucker (auch wenn der eine ähnlich raue Gesangsstimme und einige starke Songs im Repertoire hat), betritt ein neuer Künstler aus Oberfranken die Musikbühne. Das selbstbetitelte Debüt hebt die Musikwelt sicher nicht aus den Angeln, macht aber brutal viel Spass beim Anhören. Gute Produktion trifft auf sehr kompetentes Instrumentenhandwerk und eine coole Stimme, bei der mir beim ersten Ton, warum auch immer, Tom Waits trifft auf Justin Sullivan und Tim McIlrath durch den Kopf schosss. Musikalisch bewegen wir uns in der Schnittmenge von Bands wie aktuelle Rise Against („Hope“, „Don’t forget you’re alive“), viel New Model Army („Homeless“ mit einem der wenigen Gitarrensolo bzw. „Faith“ = zweiter Anspieltipp), etwas Volbeat mit Johnny Cash-Vibes und Stoner Rock („Rhythm ’n‘ Booze“) , Social Distortion („So they say“) und eher balladeskes Liedgut bzw. richtige Ballade  („99 to life“ kommt rüber wie eine Mischung aus Tom Petty und T.G. Copperfield bzw. das geniale „Mystery“, für das sich der CD Kauf allein schon empfiehlt, oder auch „Wings“, das ein cooles Duett mit einer mir unbekannten Sängerin mit toller Stimme darstellt). Ein kurzer fetter Punkrocksong, so wie ihn die Toten Hosen zu Beginn ihrer Karriere noch konnten, darf auch nicht fehlen („Not dead Yet“) und auch eine Nummer wie „Mirror“ wären auch die Broilers stolz, wenn er einen deutschen Text hätte. Sehr starkes Debüt, das von mir sechs Sterne bekommt, und wo man sich als Liebhaber fetziger Rockmusik unbedingt eine der auf 100 Stück limitierten CD ordern sollte . Beim nächsten Album dann noch etwas mehr Fokus auf die Gitarrensoli und dann schauen wir mal wo die Reise hingeht. (Eigenvertrieb) HJH

******

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal