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The Rocky Horror Show – Musical Play

Kritik zur Premiere am 28. Juni in der Donau-Arena, Regensburg

Texte und Musik von Richard O'Brien. In deutscher und englischer Sprache - Kooperation mit den Landesbühnen Sachsen
Seit Jahrzehnten Kult, jetzt im Sommer live in Regensburg

Ist die „Rocky Horror Show“ noch immer oder schon wieder up to date? Als durchgeknallte Hommage an die B- und Horror-Movies der 1930er bis in die 1970er Jahre setzte Autor und Komponist Richard O’Brian in dieses aberwitzige Musicalprojekt um. Kultstatus erlangte das Musical durch die Verfilmung mit Tim Curry als Dr. Frank’n’Furter und Meat Loaf als Eddy und lief jahrelang in Kult-Kinos mit der entsprechenden Publikums-Mitwirkung: Reis werfen, Wasser sprühen, Geklingel und natürlich die Beteiligung beim Time Warp. Nun also nahm das Theater Regensburg unter Intendant Sebastian Ritschel das Musical ins Programm und buchte für sieben Aufführungen die Donau-Arena – und es funktioniert. Bis zur Premiere waren fast 10000 Tickets verkauft.

Durch die Show führt der großartige Erzähler und Entertainer Thomas Hermanns, der das Publikum von Anfang an einschwört auf die Horrorshow-Mitmachaktionen (die Utensilien dafür gibt es in einer „FanBag“) und so für die passende Stimmung sorgt. Neben den bekannten Regensburger Ensemblemitgliedern Fabiana Locke als Magenta, Alejandro Nicolás Firlei Fernández als Riff Raff, Felix Rabas als wunderbar naiver Brad wurden eine Reihe von Gastengagements für das Musical gebucht. Da ist zunächst die bezaubernde Monika Schweighofer als Janet, die aus einer prüden mühelos in die lustvolle Rolle wechselt. Steven Dole glänzt als Rocky mit Muskeln und Dauergrinsen, Christopher Wernecke lässt sich als Dr. Scott am Ende auf die Orgie im Schloss ein, und Stefanie Köhm gibt die Columbia mal weinerlich, mal draufgängerisch. Der Star der Show ist (neben Thomas Hermanns) unangefochten Philipp Dietrich als Frank’n’Furter, der etwas David-Bowie-Haftes in die Rolle legt und mit begeistertem Szeneapplaus bedacht wurde. Und die „Phantoms“ (Robin Apostel, Ramona Helder, Benjamin Gericke, Ann-Kathrin Wurche, Momoe Kawamura, Chi-Yuan Yang, Pedro Henrique Ferreira, Patima Lopez Garcia) wuseln die zweieinhalb Stunden tanzend, springend oder auf der großen Treppe lungernd durch die Show und sorgen für viele Hingucker.

Jetzt noch die Band – Andreas Kowalewitz/Ben Weishaupt am Keyboard, am Saxophon Günter Voit, Gitarre Robert Prill, am Bass Johannes Stern, Schlagzeug Alexander Herrmann – sie sorgen für den mitreißenden Sound, ohne den ein Musical nicht funktioniert – der begeisterte Schlussapplaus spricht für sich. Und da waren bei der Premiere noch die beiden Zugaben, die das Publikum sichtlich genoss. Die Ansage, dass für die folgenden Aufführungen noch einzelne Karten vorhanden sind, könnte sich bald erübrigen!

Weitere Aufführungen am 04.07. 05.07., 06.07. und 07.07.2024, um 19.30 Uhr

(Fotokredit: Marie Liebig)