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Squaring the Circle

Regie: Anton Corbijn

Die Geschichte von „Hipgnosis“, des wohl wichtigsten Grafikstudios der Musikgeschichte, ist jetzt im Kino!

„Fluch der Plattenfirmen, Helden der Bands“: So beschreibt Nick Mason, Schlagzeuger von Pink Floyd, seine Jugendfreunde Aubrey „Po“ Powell und Storm Thorgerson, die 1968 das Grafikstudio „Hipgnosis“ gründeten und mit ihren Plattencovern für Pink Floyd, Led Zeppelin, Genesis sowie Dutzende weitere Bands Rockgeschichte schrieben. Mit ihrem Artwork zum Album „The Dark Side of the Moon“ schufen sie das wohl bekannteste Cover aller Zeiten. Anton Corbijn, bekannt als Experte für Musiker-Biographien setzt den beiden kreativen Genies nun mit dem Dokumentarfilm SQUARING THE CIRCLE ein würdiges Denkmal.

Es begann mit einem Knall: Als die britische Polizei 1964 eine illegale Party in der Underground-Szene von Cambridge gewaltsam beendet, sind die beiden Kunststudenten Aubrey „Po“ Powell und Storm Thorgerson die Einzigen, die nicht die Flucht ergreifen und den Beamten die Stirn bieten. Fortan ist das Duo unzertrennlich. Gemeinsam gründen sie das Grafik-Label „Hipgnosis“ und designen die ersten Cover für die noch unbekannten Rocker von Pink Floyd. Mit avantgardistischem Stil und dem kompromisslosen Primat der Kunst vor dem Kommerz werden Po und Storm zu Lieblingen der Bands – und zum Schrecken der Musikstudios und -produzenten. Der Erfolg aber gibt ihnen Recht. Pink Floyd werden Weltstars, ihre Cover erlangen Kultstatus. Mit dem minimalistischen Prisma auf dem Album „The Dark Side of the Moon“ (1973) kreieren die beiden das wohl berühmteste Artwork der Rockgeschichte. Schnell klopfen die größten Stars der 70er an die Türen ihres heruntergekommenen Studios im Londoner Westend. Led Zeppelin, AC/DC, Genesis, Black Sabbath und sogar Paul McCartney. Das gleißende Licht des Ruhms zeitigt jedoch auch die Schattenseiten des Erfolgs. Kreativer Starrsinn, Drogenexzesse und gekränkte Künstler-Egos sorgen für erste Spannungen. Als mit dem Beginn der 80er Jahre der Siegeszug der CD und des Musikfernsehens beginnt, scheint die Zeit der aufwendig gestalteten Schallplattenhüllen endgültig vorbei. Doch so leicht geben sich die wohl kreativsten Cover-Artists aller Zeiten nicht geschlagen.

Der gefeierte Fotograf und Filmemacher Anton Corbijn (THE AMERICAN) – seines Zeichens Designer und Tourfilmer für Depeche Mode – erweist mit seinem ersten Dokumentarfilm zwei geheimen Stars der Rockmusik die Ehre. Anhand brandneuer Interviews mit Hipgnosis-Mitbegründer Aubrey Powell sowie den Weggefährten Paul McCartney, Noel Gallagher, Peter Gabriel, Roger Waters und vielen weiteren Rockgrößen entsteht ein lebendiges, authentisches und einzigartiges Porträt zweier genialer Künstler, die die Musikgeschichte für immer veränderten.

Der Holländer Anton Corbijn ist ein kreativer Tausendsassa. Er ist gefeierter Fotograf, Musikvideo-Künstler und Regisseur. Mit seinem Debütfilm CONTROL über Leben und Tod des „Joy Division“-Frontmanns Ian Curtis gewann er 2007 in Cannes den Preis als Bester Europäischer Film. Neben seiner Regiearbeit ist Corbijn seit 35 Jahren für die visuelle Gestaltung der Tourneen von Depeche Mode verantwortlich. Darüber hinaus ist er seit fast vier Jahrzehnten selbst Cover-Artist für U2. Der Film läuft seit Mitte März im Kino.

 

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Die britische Regisseurin Sam Taylor-Johnson erzählt respektvoll und direkt von einer Musikerin mit einem einmaligen Talent und einer außergewöhnlichen Ausstrahlung. In der Hauptrolle überzeugt Marisa Abela (”Industry“), die im Film auch selbst singt.