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Kill Room

Regie: Nicol Paone

Von „Kill Bill“ zu „Kill Room“

Als die damals 17-jährige Uma Thurman aus Boston 1987 im Thriller „Kiss Daddy Good Night“ ihr Schauspieldebüt gab, ahnte wohl noch niemand, dass sie sieben Jahre später zu einer der gefragtesten Darstellerinnen Hollywoods aufsteigen und unter Kultregisseur Quentin Tarantino den Begriff Female Power auf ganz eigene Art für immer prägen sollte. Mit schwarzer Perücke und im schwarzen Kleid liegt Uma Thurman auf einem Bett. In der rechten Hand eine Zigarette, unter der linken ein Buch, die Beine angewinkelt, den Blick direkt auf die Zuschauer gerichtet. Das ikonische Filmplakat zum Kinohit „Pulp Fiction“ spricht Bände. Und Thurmans Verkörperung des Gangstergirls Mia Wallace ist Kult. Die Krimigroteske katapultierte den 1,80 Meter großen Blondschopf nicht nur in Hollywoods erste Liga, sondern markierte auch das erste Zusammentreffen mit ihrem THE KILL ROOM-Co-Star Samuel L. Jackson. Und völlig zu Recht erhielt Thurman für ihre Leistung auch ihre bis heute einzige Oscar®-Nominierung. Dass die Amerikanerin ein breites Spektrum an Genres bedienen kann, bewies sie im Laufe der Jahre immer wieder in Komödien wie „Lügen haben lange Beine“ (1996), als Femme Fatale Poison Ivy in der Comicverfilmung „Batman & Robin“ (1997) oder als Dr. Emma Peel in der Serienadaption „Mit Schirm, Charme und Melone“ (1998). Bis sie als namenlose, mordende Braut in Tarantinos Actionkracher „Kill Bill – Vol. 1“ (2003) und der brachialen Fortsetzung „Kill Bill – Vol. 2“ (2004) alle Register zog. Das verschaffte ihr in der Traumfabrik noch mehr Respekt – und freie Rollenauswahl. Es folgten Einsätze in diversen Fernsehserien, größere und kleinere Auftritte in Kurz- und Spielfilmen und erste Gehversuche als Produzentin.

30 Jahre nach ihrem Durchbruch in „Pulp Fiction“ ist die heute 53-Jährige nun endlich wieder an der Seite von Samuel L. Jackson zu sehen in „THE KILL ROOM“ in der New Yorker Kunstszene ihr Unwesen treibt. Aber der Reihe nach… In dieser schwarz-humorigen Gaunerkomödie, die Thurman co-produzierte, spielt sie die Galeristin Patrice, die ein Problem hat: Ihre Kunstgalerie wirft kein Geld ab. Gordon (Samuel L. Jackson) hat ein noch größeres Problem: Zwar ist das Arrangieren von Morden für die Mafia lukrativ, aber er und sein Freund Reggie (Joe Manganiello) brauchen eine bessere Möglichkeit, ihr Geld zu waschen. Durch eine zufällige Bekanntmachung von Patrices‘ Drogendealer trifft die Kunstwelt auf die Unterwelt und ein Plan wird ausgeheckt. Zusammen mit Gauner Gordon verhökert sie gemalte Bilder von Reggie unter dem Pseudonym „The Bagman“ und versetzt die New Yorker Kunstszene in hellste Aufregung versetzt. Doch der unerwartete Hype löst einen Strudel tödlicher Gefahren aus, als Patrices Drogendealer das publik macht und so die kriminelle Unterwelt plötzlich auf die elitäre Kunstwelt trifft. Mehr soll hier nicht verraten werden.

Nicol Paone (Friendsgiving) inszenierte ihren zweiten Spielfilm nach dem Drehbuch-Debüt von Jonathan Jacobson. Kinostart ist am 21. März.

 

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Die britische Regisseurin Sam Taylor-Johnson erzählt respektvoll und direkt von einer Musikerin mit einem einmaligen Talent und einer außergewöhnlichen Ausstrahlung. In der Hauptrolle überzeugt Marisa Abela (”Industry“), die im Film auch selbst singt.