altemaelze

Imitation of War

Itasca

Gleichzeitig eindringlich und himmlisch

Nach vier Jahren Kreativpause meldet sich die US Indie-Band ITASCA im Februar mit einem neuen Album zurück. Auf „Imitation of War“ stößt die Songwriterin und Gitarristin Kayla Cohen mit der Band in rockigeres Terrain vor, mit einer Reihe von rauchigen Nachtstücken und unruhigen Idyllen, die mit erfrischender Dringlichkeit sowohl klassische als auch persönliche Mythologien und Psychologien durchleuchten. Co-produziert von Robbie Cody stellen diese zehn robusten Stücke die lockersten, gitarrenbetonten Aufnahmen in Cohens sich vertiefendem Katalog dar. Cohen erklärt die titelgebende Simulation als die „Aufführung von Kriegshaltungen“, die auf allen Ebenen des menschlichen und tierischen Lebens zu beobachten sind. Aber es könnte genauso gut auf die Offenbarung zutreffen, dass Itasca mit „Imitation of War“ endlich dazu gekommen ist, die inszenierten Haltungen, auf die frühere Platten hinwiesen, vollständig zu übernehmen. Sie klingt mehr nach sich selbst, selbstbewusster als die sehnsüchtige Protagonistin ihrer früheren Werke. Keine Nachahmung, weder formal noch emotional, weder des früheren Selbst noch des imaginierten Anderen, bleibt übrig. Diese zehn robusten Stücke sind die bislang lockersten, schlankesten und schwelgerischsten gitarrenbetonten Aufnahmen in Cohens Katalog. Für Fans von Michael Chapman, Bridget St John, Unknown Mortal Orchestra, Wand, Ryley Walker, Aldous Harding oder Weyes Blood zu empfehlen. (Paradise of Bachelors) P.Ro

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