altemaelze

I mecht an Landla hean

Maxi Pongratz

Sinnierende, verspulte, schöne, traurige Musik – eine Liebeserklärung an die Volksmusik, die größer ist, als man denkt! 

Geübt, geordnet, wahrscheinlich inszeniert gingen die Beatles im Sommer 1969 über den Zebra Streifen der Abbey Road – gut 55 Jahre später sind es Brezn und Semmeln, die die vier Oberammergauer Bergschafe über die Kreuzung locken. Die Beatles gingen nach rechts, die Schafe gehen nach links. Wo sie sich treffen? Natürlich auf dem neuen Album von Maxi Pongratz, dem Ex-Koflgschroa-Musiker, der seit 2019 solo unterwegs ist. „I mecht an Landla hean“ schiebt sich zwischen Solo-Album zwei und drei wie ein Zwischenspiel. Es ist ein Innehalten und Besinnen auf die Ursprünge, eine Liebeserklärung an die Volksmusik und zugleich ein Appell. Schon viel zulange versucht der Heimatsound, Volksmusik wieder ‚cooler‘ zu machen. Sie muss aber nicht ‚cool‘ gemacht werden. Sie ist das, was sie ist: Folk. Was sie nicht braucht – Heimat. Sie kann überall zu Hause sein. In den Melodien von David Bowie und Tom Waits, zwischen den Zeilen von Wir sind Helden, selbst im Dance-Schlager eines Gigi d’Agostino (bei Maxi Pongratz mit Hackbrett-Intro). Maxi Pongratz hat in seinem Repertoire gekramt und erste Kompositionen („Eiseckla“), übermitteltes Liedgut („Ich und der Mond“, „Landlerrunde“) und seine All-Time-Favorit-Coversongs zusammengetragen. So haben sich auf „I mecht an Landla hean“ zwölf vorwiegend instrumentale Songs versammelt und es passiert das, was meistens passiert, wenn sich Musikanten spontan an einem (Wirtshaus-)Tisch zusammenfinden – jede*r bringt etwas mit und am Ende wird getanzt. Er mischt Folk und Volksmusik so als wäre beides eins und seine dadaistischen und valentinesken Texte runden seine Kompositionen perfekt ab. In einer Kritik war zu lesen: „… besticht Pongratz durch persönliche Lieder, die mit einem besonders kantigen Hintersinn das Leben befragen. Er nimmt die Hörer aber auch mit auf Instrumentalreisen zwischen der Giesinger Kistlerstraße und dem amerikanischen Death Valley.“ Dem kann man nur zustimmen. (Trikont) P.Ro

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