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Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere am 14. Juli bei den Schlossfestspielen in Regensburg

Gelungener Start in die diesjährige Festspielsaison bei einen lauen Sommerabend, der vom Premierenpublikum sichtlich genossen wurde.

Mit einer beeindruckenden Aufführung der „Zauberflöte“ in einer Produktion des Mainfranken-Theaters Würzburg starteten die diesjährigen Festspiele im Innenhof von Schloss Thurn und Taxis. Diese „zauberhafte“ Oper bildete einen gelungenen Start in die diesjährige Festspielsaison, das Wetter spielte mit und bescherte uns einen lauen Sommerabend, der vom Premierenpublikum sichtlich genossen wurde.

Seit ihrer Uraufführung 1791 zählt die „Zauberflöte“ zu den wohl beliebtesten Opernkompositionen und steht häufig auf den Spielplänen der Opernbühnen. Unter der Regie von Andreas Wiedermann zeigte das Mainfrankentheater eine Fassung, die wie gemacht war für eine sommerliche Open-Air-Aufführung. Die bekannten Opernmelodien hätten einige Zuhörer fast zum Mitsingen animiert, wenn dies bei Opern-Aufführungen inzwischen nicht ein „No-Go“ wäre.

Das klar strukturierte Bühnenbild von Aylin Kaip harmonierte sowohl mit den dunklen Facetten von Sarastro und der Königin der Nacht als auch mit dem Flötenspiel des Vogelhändlers. Hinrich Horn als Papageno konnte die komödiantisch angelegte Rolle überzeugend ausfüllen und am Ende seine Papagena (Claire Swale) in die Arme schließen. Die Koloraturen  der Königin der Nacht meisterte Judith Spießer bravourös, Ulrich Schneider zeigte als Sarastro ausdrucksstark die Ambivalenz dieser Rolle. Akiho Tsujii  bezaubert als Pamina, zerbrechlich und doch stark, bis sie mit Tamino (Robert Ortiz) vereint wird. Die drei Damen, Priester und Soldaten sowie der Opernchor schufen mit starken Stimmen und tollen Kostümen den musikalischen Background zu dieser beeindruckenden Aufführung. Lobend hervorzuheben sind die drei Domspatzen-Knaben, die ihre Rollen sowohl gesanglich als auch schauspielerisch überzeugend ausführten. Unter der Leitung von Gábor Hontvári sorgte das Philharmonisches Orchester Würzburg mit  der kraftvollen und stimmigen Musik für einen gelungenen Abend.

Ach ja, und dann gab es vor dem zweiten Akt noch eine kurze Unterbrechung von gefühlten Vier Minuten, als sich eine Klima-Kleberin an den Bühnenrand festmachte. Das soll nicht, wie in einigen regional-überregionalen Zeitungen der Aufhänger zu diesem Artikel sein, war doch die Aktion innerhalb der gesamten Aufführung lediglich eine Marginalie, übrigens witzig kommentiert von Papageno. So konnte die Festspielpremiere um kurz nach Mitternacht im stimmungsvoll beleuchteten Schlosspark enden. (arm)

Fotokredit: odeon concerte