altemaelze

Flang Dang

Andy Fairweather-Low

Nach 16 Jahren Recording Pause: ehrlicher und zeitloser Rock‘n‘Roll!

Nach einer Pause von sechzehn Jahren ist der Mastermind der Gruppe AMEN CORNER (habe mir deren Hit „Bend me, shape me“ erst vor einigen Tagen mal wieder aufgelegt) hier wieder mit einer Platte aufgetaucht, die nicht nur seine Fans sicher begeistern wird. Jeder Song des britischen Gitarristen und Sänger wurde von Andy in dem Blues- und Gospel-Stil geschrieben, den er zu seinem eigenen gemacht hat. Aufgenommen wurde alles in Kingsley Wards Rockfield Studio in Wales, wobei Schlagzeuger Paul Beavis für den gesunden Herzschlag dieses neuen Werks von Andy sorgt. Das ganze Album hat die Patina der Reife, die man von jemandem erwarten würde, der über einen so großen Erfahrungsschatz als Musiker und Gentleman verfügt, und regelmäßiges Mitglied der Live-Bands von Eric Clapton und Roger Waters war. Er betätigte sich vor allem als Gastmusiker und spielte unter anderen für Dave Edmunds, Roy Wood, Gerry Rafferty und THE WHO. Na, wenn das kein Ritterschlag ist! Die ersten beiden Songs auf „Flang Dang“ lassen den Fuß wippen, hier dominiert treibender Countryrock im 2/4-Takt. Damit es nicht dabei bleibt, folgt darauf eine Ska/Reggae-Nummer und danach mit „Somebody wants my Soul“ ein souliger Bluesrock, der an diverse Eric Burdon-Tracks erinnert. Klar ist das alles ziemlich „retro“ und „down to earth“, jedoch hat Andy keine Anbiederung an irgendwelche Zeitgeister nötig. Leider fehlt ein Meisterwerk wie „If Paradise is half as nice“ oder „Hello Susie“ (AMEN CORNER); egal – ehrlicher und zeitloser Rock‘n‘Roll tut‘s ja auch. Zwar wird Andy damit in keiner Hitparade auftauchen, aber das ist ihm sicher Wurst. Mir auch. (The Last) HuGe

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