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Die Kinder – Kammerspiel von Lucy Kirkwood

Premiere am 17. Dezember im Theater am Haidplatz, Regensburg

„Die Kinder“ ist der Titel dieses Drei-Personen-Stücks, das im Theater am Haidplatz Premiere hatte. Oder sollte das Stück nicht besser „Die Alten“ heißen?

Denn das Personal ist alt. Hazel (Franziska Sörensen) und Robin (Gerhard Hermann) fristen  ihr Rentnerdasein in einem Provisorium, einem Cottage an der Küste irgendwo in England, denn ihr Zuhause ist nach einem Erdbeben samt Flutwelle und der daraus folgenden Kernschmelze im nahegelegenen Atomkraftwerk zerstört und zu einem radioaktiv verseuchten Sperrgebiet geworden. Das pensionierte Physiker-Ehepaar, welches jahrzehntelang in besagtem Kernkraftwerk gearbeitet und dieses sogar mit aufgebaut hat, erhält überraschend Besuch von Rose (Silke Heise), die früher als Nuklearwissenschaftlerin nicht nur eine Kollegin der beiden war, sondern auch eine Affäre mit Robin hatte. Vor diesem Hintergrund entwickeln die Spieler ein spannendes Drama über Vergänglichkeit und Egoismus, ökologischem Bewusstsein und der Verantwortung für die Katastrophe, die auch die frühere Arbeit der Drei betrifft. Dabei bietet der Text eine gute Mischung „aus Tiefe, Empathie, Humor und gleichzeitiger sprachlicher Form“, wie im Programmheft zu lesen ist. Dies und die starke Präsenz der drei Akteure lassen in den fast zwei Stunden Spielzeit die Spannung nicht abreißen.

Was ist jetzt mit den Kindern? Von Hazel und Robin erfährt man, dass sie vier Kinder haben. Von der ältesten Tochter wird in mehreren Szenen als eher hilflose Erwachsene gesprochen, der die Mutter die Funktion der Waschmaschine erklären muss. So sind in diesem Drama tatsächlich die Alten gefordert, die Generation 60plus, die zum Schutz der Jungen handeln muss. Und auf diese Aufgabe spitzt sich am Ende alles zu – die Drei müssen und werden Verantwortung übernehmen, für sich und für die Kinder, die kommende Generation.

Diese Spannung wird durch das reduzierte Bühnenbild unterstrichen. Es gibt keinen „Cottage-Stil“, die „Bedrohung sollte sichtbar gemacht“ werden, wie im Gespräch der Dramaturgin Maxi Ratzkowski mit Regisseutin Stephanie Mohr und Ausstatterin Miriam Busch zu lesen ist. Entwickelt wurde eine gelungene Szenerie, die den Schauspielern viel Raum lässt.

Fazit: Eine rundum gelungene, spannende und hochaktuelle Aufführung.

Weitere Aufführungen am 20., 21., 25., und 27. Dezember, sowie im Januar und April