altemaelze

The First Experience with The Unknown

Sacrafice

Noch eine „Ausgrabung“ von „Neudi“!

Auch in der deutschen Provinz – hier Detmold – brach früh das Metal Fieber aus. So geschah es, dass sich anno 1982 fünf Jungs zusammentaten um eine Band zu gründen. Um sich von der Masse abzuheben wurde dann gleich mal der Bandname anders geschrieben als es orthographisch korrekt wäre und ‚Sacrafice‘ waren geboren. 1984 spielte man dann auch die einzige Veröffentlichung mit der EP „The First Experience with The Unknown“ein  und nahm gleich etwas mehr Geld in die Hand als früher für ein „Demo“ üblich. Es gab keine Kassette, sondern eine schöne Schallplatte mit vier Songs und knapp 19 Minuten Laufzeit, die im Original heute locker für 120 Euro gehandelt wird. Diese CD (überspielt von Vinyl), ausgegraben wie immer von Neudi (und remastered),  bietet nun die Songs in passabler Soundqualität und „zeigt“ eine Band, verwurzelt im Heavy Metal der 80er Jahre , mit einem okayen Sänger und Musikern, die ihre Instrumente beherrschen, und vor allem im Gitarrenbereich mit recht ordentlichen Soli punkten können.  Die Einflüsse reichen von den frühen Scorpions bzw. Accept bei „Lady Killer“, über WASP „When the Wolf cries“ (nur original mit Wolfsgeheul), Angel Witch „The Holy War (mit über fünf Minuten der längste Track) bis zu Iron Maiden, gepaart mit Venom, beim Abschlusssong „Give me your love“. Damit die Wiederveröffentlichung nicht zu kurz ausfällt, gibt es noch drei für das Alter und die Umstände erstaunlich gut klingende Livesongs von 1985, von denen zwei nicht von der EP stammen. Als besonderes Schmankerl wurden noch sechs Songs der Nachfolgeband TranQuill angefügt, die 1996 einen anderen musikalischen Weg beschritten haben. Die Produktion ist richtig gut und hier gibt es dann eher ProgRock/Hard Rock/Metal mit langen Songs. Der Gesang ist viel besser und auch die Musiker (sofern dieselben) haben ordentlich dazugelernt. Mein Highlight hier ist eindeutig das neun Minuten lange „Shadow Dancer“, das sich anhört wie eine tolle Mischung aus Marillion mit H als Sänger, Arena bzw. IQ. Leider steht im Promozettel nicht drin, ob es das ganze Album ist bzw. wer die Musiker sind usw. Wäre sicher auch interessant gewesen das zu erfahren. In Summe die eindeutig bessere Veröffentlichung als die Scarecrow, auch wenn man das Ganze natürlich musikalisch nicht vergleichen kann und darf. Von meiner Warte aus gibt es hier dann in Summe viereinhalb Sterne. (Golden Core) HJH

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