altemaelze

Times of Clarity

Rise Above

Wer ein Faible hat für eine Mischung aus Agnostic Front, sehr frühe Suicidal Tendencies (vor den Metaleinflüssen), Discharge usw. hat, für den könnte das was sein.

Rise Above aus Norwegen treten mit ihrem Debüt „Times of Clarity“ ins Rampenlicht des Hardcore Punk. Leider muss man beim Durchhören feststellen, dass die Produktion den fast durchweg schnellen Songs nicht so wirklich gerecht wird. Es wird gern mal matschig (so wie beim Einstieg ins Album „Time“), so dass man außer dem Gesang und den Drums nichts mehr an Instrumenten wahrnimmt. Die Songs an sich sind für das Genre eher typisch – sehr knapp gehalten und überschreiten die zwei Minuten Marke eher selten. Der Gesang ist fast durchweg eher Marke Straßenköter und keift sich in einer Tonlage heiser durch die Lieder. Wofür gleich zwei Gitarristen in der Band sind erschließt sich mir auch nicht so wirklich, da man das Wort Gitarrensolo eher nicht kennt. Lediglich bei einem der beiden Songs, die aus dem Album herausstechen („Phoenix“), gibt es ein kurzes auf die Ohren. Hier wurde dann auch mal mit netten Gangshouts als Begleitung gearbeitet. Der zweite Song, der mir dann noch richtig gefallen hat ist das eher melodische und mit über fünf Minuten untypische „Clarity“ mit fast schon „normalem“ Gesang und Anleihen bei den Toten Hosen, als die noch richtiger PunkRock waren, mit etwas INXS im Gitarrenbereich. Wo wir von den Hosen sprechen, die könnten auch bei „Down“ ein Einfluss gewesen sein. Komplett aus dem Rahmen fällt das Tribal-artige „Throne“, das komplett elektronisch wie ein The Prodigy Song daher kommt. Unterm Strich aber ist das eher nichts für mich. Wer ein Faible hat für eine Mischung aus Agnostic Front, sehr frühe Suicidal Tendencies (vor den Metaleinflüssen), Discharge usw. hat, für den könnte das eher was sein. Mir ist es dann doch vor allem im Gesangsbereich zu stumpf und bleibe somit hier dann doch lieber ‚old school‘ bei Exploited, GBH usw. oder Rise Against bzw. Bad Religion.  Dreieinhalb Sterne von mir. Der Fan des Genres riskiert dennoch mal ein Ohr bei YouTube im offiziellen Channel und addiert hier noch seine Punkte drauf. Das Album selbst gibt es wohl nur als digitaler Download, zumindest bei bandcamp. (Holler Records) HJH

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