altemaelze

Fear City

Them

Es darf gerne eine Fortsetzung dieser Story geben!

Mit ihrer vierten Veröffentlichung „Fear City“ schlägt die deutsch/amerikanische Metal Band Them ein neues Kapitel in der Geschichte um KK Fosser auf. Wie immer perfekt produziert und technisch auf höchstem Niveau musiziert gibt es eine um 120 Jahre in die Zukunft gebrachte Horrorstory (dank der eingestreuten Intros „Excito“, Outros „In the 11th Hour (klasse Gitarrenarbeit, doomige Ausrichtung), kurze Zwischenstücke oder auch gesprochenen Passagen usw. mutet das fast wie ein Hörspiel an), die gesanglich eine starke Veränderung mit sich bringt. Wo früher das King Diamond Falsett vorherrschte, regiert jetzt die eher normale Stimmlage und es gibt nur noch einige wenige Passagen mit extrem hoher Stimmlage. Musikalisch bewegen wir uns auf der neuen Scheibe im Bereich des Double Bass Drums angetriebenen klassischen Heavy Metal wie ihn Helloween oder Gamma Ray („Flight of the Concorde“) spielen, speedigen Power Metal wie ihn Blind Guardian zelebrieren ( „Welcome to Fear City“) oder eher überraschendem, fast schon AOR bzw. melodischem Death Metal mit Klargesang wie ihn aktuell Soilwork bzw. das Nebenprojekt TNFO anbieten („Retro 54“ mit tollen 80er Vibes und „Graffiti Park“). Der „King“ selbst schimmert dann bei „191st Street“ durch bevor die Band mit „The Crossing of Hellgate Bridge“ dann gar im Progressive Metal wildert (auch dank der eingestreuten akustischen und ruhigen Parts) wie ihn Nevermore zur Perfektion gespielt haben. Auch hier erinnern die Vocals wieder an King Diamond, aber auch an den leider viel zu früh verstorbenen Warrel Dane. Die beiden härtesten Songs hat man sich dann für den Schluss aufgehoben. „Death on Downtown Metro“ klingt wie ein Hybrid aus Agnostic Front und Slayer und Death Metal- artigen Blastbeats, während „The Deconsecrated House of Sin“ purer Thrash Metal á la Exodus ist mit einem Black Metal Riff Intro, das hier eher auf die falsche Fährte lockt. Man sieht, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Keyboards untermalen die jeweiligen Songs immer schön passend, die Gitarrensoli sind spannend und in die Lieder perfekt eingewoben und die teilweise sehr eingängigen Chorusgesängen ein Fest für die Ohren. Von meiner Seite gibt es hier dann sechs Sterne (nicht mehr, da das Album leider etwas kurz geraten ist) und noch der Verweis auf YouTube, wo es einige Songs als Videos zu bestaunen gibt. Fazit: Es darf gerne eine Fortsetzung dieser Story geben. Ich bin dann wieder mit dabei. (Steamhammer/SPV) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal