altemaelze

Exotic Quixotic

Lusitanian Ghosts

Launiger Indie/Rock’nRoll, gespielt auf alten portugiesischen Saiteninstrumenten, deren Tradition es zu erhalten gilt.

Am 4.November ist es soweit und dann darf die neue LP der Lusitanian Ghosts das Licht der Welt erblicken. Die Musiker dieser Band präsentieren launigen Indie/Rock’nRoll, gespielt auf alten portugiesischen Saiteninstrumenten (chordophones), deren Tradition es zu erhalten gilt. Neil Layton, Sänger und Gründer dieser Band bekam von seinem Großvater diverse dieser Instrumente vermacht und erlernte sie zu spielen. Einerseits geht es den Lusitanian Ghosts darum, diese vergessenen, nahezu ausgestorbenen Musikinstrumente Portugals der Welt zu präsentieren – wurde Volksmusik während des zwanzigsten Jahrhunderts doch vom faschistischen Regime nicht gutgeheißen, bis auf den Fado, der den Leuten beibrachte, sich in ihr Schicksal zu fügen. Neil Leyton gibt zu Protokoll: „Auf „Exotic Quixotic“ findest Du Songs über das Leben, die Liebe, und den Tod – sogar einen Tagtraum über eine Schießerei auf dem Rasen vor dem Weißen Haus und ein Stück über unseren verstorbenen Hund Mel. Es gibt etwas für jeden: ein paar unbeschwerte Nummern und ein paar eher schwer verdauliche, darunter einen Song über selbstbestimmte Sterben , respektive das Menschenrecht dann zu sterben, wann wir möchten. Und da hast du’s: etwas für jeden – außer für diejenigen, die es nicht mögen, über solche Dinge nachzudenken! Ich glaube, das beschränkt unser Publikum etwas … 😉 Im Großen und Ganzen gefällt uns der Gedanke, dass unsere Platte im Regal irgendwo zwischen Marc Bolans T. Rex, The Waterboys oder einigen Aufnahmen von Nick Cave and the Bad Seeds, während Mick Harvey noch dabei war, steht. Nicht, dass unsere Songs an irgendeinen ihrer Standards heranreichen würden! Aber als Referenzpunkte. Wir hoffen, dass du etwas findest, das dir gefällt – und dabei den Klang dieser alten Chordophone entdeckst.“

Es heißt, Portugal ist das älteste Land im heutigen Europa: 1128 gegründet, mit weitgehend unveränderten Grenzen seit dem Ende der „Reconquista“ 1249, von der Minho-Provinz bis zur Algarve. Lange zuvor nannten die Römer es Lusitanien, wie zuvor mehrere keltische Stämme, wobei in Zentralportugal einer der Hauptstämme, welcher die Römer bekämpfte, die Lusitaner, beheimatet war. Musik hat starke Wurzeln in Portugal, lange bevor der Fado erfunden wurde: Arabische Einflüsse sind bis heute spürbar. Es ist ein Land, das reich an einer großen regionalen Vielfalt an Chordophonen (Saiteninstrumenten) ist, die kurz vor dem Aussterben stehen. Diese werden auch liebevoll die „lusitanischen Geister“ genannt: die Amarantina, Braguesa, Campaniça, Terceira, Beiroa. Saitenkombinationen und Stimmungen, die so unterschiedlich sind wie die verschiedenen Regionen Portugals. Die Lusitanian Ghosts, ein experimentelles Indie-Rock-Kollektiv, das von Neil Leyton und Micke Ghost gegründet wurde und in dem mehrere „Tocadores“ oder Spieler traditioneller portugiesischer (lusitanischer) Chordophongitarren vertreten sind, erwecken diesen einzigartigen vergessenen Instrumenten im zeitgemäßen Indie-Rock-Gewand wieder zum Leben. Diese Band rockt und rettet die Schwachen vor den Starken, zumindest ideell und dem Albumtitel nach, der eine Hommage an niemand geringeren als den glücklosen Retter Don Quijote ist. Übrigens gibt’s die zehn Songs nur als Vinyl und digital. (Broken Silence)

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